Ein Plädoyer für freilebende Wölfe in Deutschland

Naturfotograf Heiko Anders

Naturfotograf Heiko Anders

begleitet die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland seit vielen Jahren. Mit mit seinen Bildern trägt er zum wissenschaftlichen Monitoring für verschiedene Ämter und Institutionen bei. · Bild: Anders, Heiko / NABU, (Hrsg.): Das Leben unserer Wölfe. Haupt, 2019 © Heiko Anders

Anfang der Jahrtausendwende wurde die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland als Sensation und Erfolg für den Natur- und Artenschutz gefeiert. Inzwischen gibt es in fast allen Bundesländern Wolfsnachweise. Einen ganz besonderen Einblick in das Leben dieser scheuen und faszinierenden Wildtiere gewährt das neue Buch Das Leben unserer Wölfe - Beobachtungen aus heimischen Wolfsrevieren von Heiko Anders in Zusammenarbeit mit dem NABU. Nach einem einleitenden Teil samt Basis-Wissen Wolf werden acht Wolfsreviere Deutschlands vorgestellt.


150 Jahre waren Wölfe in Deutschland ausgerottet. Von Polen aus kehrten sie auf eigenen Pfoten wieder zurück. Als im Jahr 2000 in der Oberlausitz die ersten Wolfswelpen geboren wurden, war das eine Sensation. Inzwischen gibt es Wolfsrudel in bislang sechs Bundesländern.

»Meine ersten frei lebenden Wölfe habe ich in der sächsischen Lausitz erlebt«, berichtet Naturfotograf Heiko Anders. Das war Zufall - denn eigentlich wollte er Hirsche fotografieren, als er plötzlich zwei junge Wölfe entspannt einen Waldweg entlanglaufen sah. »Die zufällige Begegnung mit den beiden Wölfen war dann der Anlass für mich, mich mit diesen Tieren intensiv auseinanderzusetzen. Meine Leidenschaft war geweckt, und so ließ ich mich über Wölfe schulen. Mit meiner Arbeit unterstütze ich seither das offizielle wissenschaftliche Monitoring und betreibe Naturschutz mit der Kamera.«


Seit vielen Jahren begleitet der Naturfotograf die wilden Heimkehrer und verbrachte unzählige Stunden in den Wolfsrevieren Brandenburgs, Sachsens und Sachsen-Anhalts. Die Bilder, die er seinem Buch vorstellt, sind in den Jahren 2013 bis 2018 im Rahmen seiner Arbeit für das Wolfsmonitoring entstanden, das er für verschiedene Ämter und Institutionen in diesen drei Bundesländern durchgeführt hat. Der renommierte Wolfs-Fotograf zieht uns mit seinen beeindruckenden Aufnahmen in den Bann dieser faszinierenden Wildtiere. Die Aufnahmen dieses Buches zeigen das Leben und Verhalten unserer heimischen Wölfe - so, wie ich sie kennengelernt habe: als fürsorgliche, sehr sozial organisierte Familientiere, die alleine die Hälfe des Jahres mit der Welpenaufzucht verbringen.

Wolfswelpen des Rudels »Coswig« im Fleming.

Wolfswelpen des Rudels »Coswig« im Fleming.

In dem waldreichen Höhenzug im südwestlichen Brandenburg und östlichen Sachsen-Anhalt leben inzwischen drei Wolfsfamilien. Die drei Rudel kommen mit relativ kleinen Revieren von etwa 120 Quadratkilometern aus - normalerweise ist ein durchschnittliches Wolfsrevier doppelt so groß. »Voraussetzung für diese Ansiedlung mehrerer Rudel nebeneinander ist ein hoher Bestand an Beutetieren«, erklärt Heiko Andres, der im Rahmen des wissenschaftlichen Monitorings die Wölfe seit vielen Jahren begleitet. »Wölfe wählen die Reviergröße immer so, dass die Nahrung nachhaltig reicht.« · Bild: Anders, Heiko / NABU, (Hrsg.): Das Leben unserer Wölfe. Haupt, 2019 © Heiko Anders

In vielen Wolfsbegegnungen erlebte der Naturfotograf, dass das Miteinander in einer Wolfsfamilie dem in einer menschlichen Familie ähnelt: Die meisten Wolfsrudel bestehen aus einem Wolf und einer Wölfin, die eine lebenslange Partnerschaft eingehen und als Oberhaupt die Familie anführen, ihren Welpen sowie den Jungwölfen aus dem letzten Jahr. Diese Jugendlichen helfen bei der Aufzucht der Welpen mit.

»Wolfsrudel in freier Natur leben ohne Streitigkeiten um die Rangordnung, um Führungspositionen oder um das Recht auf Fortpflanzung. Die Eltern haben die natürliche Autorität, und sobald die Jährlinge geschlechtsreif werden, verlassen sie in der Regel das elterliche Territorium. Dann beginnt für sie die große Suche nach einem Partner und einem eigenen Revier mit Wanderungen von oft vielen Hundert Kilometern«, schreibt der Wolfsexperte. Eine Hierarchie mit Alpha -, Beta - und Omega -Wölfen entstehe nur in Wildparks und Zoos, wo das Abwandern nicht möglich ist. »Zum anderen konnte ich sehen, wie die Wölfe mit uns Menschen als Nachbarn umgehen - nämlich unaufgeregt, aber vorsichtig und respektvoll - so, wie wir es auch den Wölfen gegenüber handhaben sollten.«

Wölfe sind vorsichtige Wildtiere, die Begegnungen

Wölfe sind vorsichtige Wildtiere, die Begegnungen

mit Menschen in der Regel meiden. Spaziergänger werden einen Wolf kaum aus der Nähe zu Gesicht bekommen. Der Naturfotograf Heiko Andres arbeitet nicht nur mit leistungsstarken Teleobjektiven, sondern auch mit Tarnzelt und Tarnkleidung, um Wölfe vor die Linse zu bekommen. »Haben die Wölfe, von mir natürlich nicht gewollt, mich als Menschen wahrgenommen, haben sie sich schnell zurückgezogen.« · Bild rechts: © Heiko Anders

»Vorurteile und Ängste abbauen«

»Es sind leider immer wieder die Interessen weniger Menschen, die in einen Konflikt mit der Natur geraten, so auch mit dem Wolf«, erklärt Naturfotograf Heiko Anders. »Menschen können lernen, mit ihm zu leben, der Wolf hat es bereits. Einer gemeinsamen Zukunft stehen vor allem Ängste und Unwissenheit im Weg. Ich hoffe, dieses Buch kann dabei helfen, Vorurteile und Ängste abzubauen.«


Wölfe stehen unter höchster europäischer Schutzstufe. Dennoch werden in letzter Zeit vor allem von Nutztierhaltern und der Jagdlobby immer wieder Forderungen laut, Wölfe zu bejagen. Schafe werden oft ohne Schäfer und ohne Herdenhund im Freien gehalten - da kann es schon einmal vorkommen, dass ein Wolf ein Schaf als leichte Beute fängt. Allerdings machen Nutztiere lediglich 1,1 % der Beute von Wölfen aus - dies zeigen Untersuchungen aus Deutschland im Zeitraum von 2001 bis 2016, die das Senckenberg Museums für Naturkunde in Görlitz anhand von Kotproben durchgeführt hat. Außerdem erhalten Nutztierhalter von den Bundesländern finanzielle Unterstützung für Herdenschutzmaßnahmen wie den Bau von wolfssicheren Zäunen, Herdenschutzhunde sowie Entschädigungen, wenn tatsächlich ein Wolf Schafe oder ein Kalb geholt hat. Im Übrigen werden Schafe und Kälber in Deutschland bekanntlich nicht gehalten, weil sie so goldige und freundliche Tiere sind, sondern weil sie von Menschen gegessen werden.


Auch für viele Jäger ist der Wolf ein Feindbild: Sie fürchten den Wolf als Konkurrenten, der ihnen die Rehe wegfängt. Medienwirksam wird die alte Angst vor dem Wolf geschürt - das Märchen von Rotkäppchen und dem Wolf lässt grüßen. Natürlich müssen Rehe und Hirsche nicht vor Wölfen geschützt werden: Wölfe rotten keine Wildtierbestände aus. Außerdem halten Wölfe die Wildtierbestände gesund, da sie hauptsächlich alte und kranke Tiere erbeuten.

Ein junger Wolf genießt die Herbstsonne

Ein junger Wolf genießt die Herbstsonne

in der Gohrischheide im sächsischen Landkreis Meißen. Hier wurde 2007 ein ehemaliger Truppenübungsplatz zum Naturschutzgebiet erklärt. Im Winter 2015/2016 wurde mit Hilfe automatischer Wildkameras eine kleine Wolfsfamilie bestehend aus einem Wolfspaar und seinen Welpen nachgewiesen. Die Wölfin des Rudels lebt mit Handicap: Die linke Vorderpfote und ein Stück des Beins fehlen - vermutlich durch eine Schlagfalle. »Und dennoch: Trotz dieser Behinderung meistert die Wölfin ihr laufintensives Leben auch auf drei Pfoten«, berichtet Naturfotograf Heiko Anders. »Immerhin zieht sie seit dem Jahr 2015 jedes Jahr Welpen groß. Eine überaus beachtliche Leistung. Die wenigen Begegnungen mit ihr bleiben bis heute sehr tief in meinem Herzen, ihr intensiver und prüfender Blick für immer in meinem Kopf.« · Bild: Anders, Heiko / NABU, (Hrsg.): Das Leben unserer Wölfe. Haupt, 2019 © Heiko Anders

»Wollen wir mit der Natur oder weiter gegen sie arbeiten und leben?«

»Der Wolf hat bei uns nur langfristig eine Chance, wenn er als Wildtier akzeptiert wird«, so NABU-Präsident Olaf Tschimpke in seinem Geleitwort zu dem Buch. »Wölfe sind Wildtiere, die in unserer Landschaft gut leben können - auch ohne echte Wildnis, wie man sie aus dem Fernsehen oder Kino kennt. Aufgrund ihrer Lebensweise werden die meisten Menschen allerdings kaum je einen Wolf zu Gesicht bekommen.«


Schauspieler und NABU-Botschafter Andreas Hoppe bezeichnet die Rückkehr der Wölfe nach Deutschland als großes Geschenk und »eine historische Chance, von Menschenhand ausgerotteten Tieren, die hier seit Urzeiten heimisch waren, eine zweite Chance zu geben« , so der TV-Kommissar und NABU-Wolfsbotschafter. Er fragt: »Warum sollte es in Deutschland nicht möglich sein, mit den Wölfen zu leben? In Ländern wie Polen, Tschechien, Slowakei, Rumänien und Bulgarien, aber auch Italien, Spanien und Portugal ist die Präsenz des Wolfes Normalität und Gewohnheit.« Natürlich bedürfe es mehr Mühe, Zucht- und Herdentiere zu schützen. Doch er warnt: »Wenn wir weiterhin, also wir Menschen, Natur als Selbstbedienungsladen verstehen und sie respektlos, egoistisch und profitorientiert missbrauchen, wird diese unsere Welt untergehen.« Es gehe um die äußerst wichtige Entscheidung, ob wir mit der Natur oder weiter gegen sie arbeiten und leben wollen. Und der Wolf scheint dafür stellvertretend zu sein.

Informationen

Internetseite des Naturfotografen Heiko Anders
www.andersfotografiert.com

Buchtipp: "Das Leben unserer Wölfe"

Heiko Anders ist leidenschaftlicher Naturfotograf, der die Wölfe in Deutschland seit vielen Jahren begleitet. Als Anwalt der Wölfe setzt er sich für den Natur- und Artenschutz ein und trägt auch mit seinen Bildern zum wissenschaftlichen Monitoring bei, mit dem die Bundesländer die Rückkehr der Wölfe begleiten.

Anhand seiner unübertrefflichen Fotografien zeigt uns Heiko Anders das Leben der Wölfe in Deutschland. Er zieht uns durch seine persönlichen Erlebnisse und Begegnungen in den Bann der faszinierenden Tiere. Doch auch für Konfliktfelder ist Platz in diesem umfangreichen und vielseitigen Buch. Die NABU-Wolfsexperten stellen die Herausforderungen und Lösungsansätze für die Koexistenz von Mensch und Wolf dar.

Anders, Heiko / NABU, (Hrsg.): Das Leben unserer Wölfe
Beobachtungen aus heimischen Wolfsrevieren
Gebunden, 224 Seiten, 220 Farbfotos
Haupt-Verlag 2019, ISBN: 978-3-258-08108-3
Preis: EUR 29.90 (D) / EUR 30.80 (A) CHF 37.00

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust - Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter