Lebensraum schaffen für Wildbienen, Hummeln & Co.

Insektenhotels

Insektenhotels

bieten Insekten, die kaum noch artgerechte Lebensräume finden, eine Möglichkeit zur Brutaufzucht und Überwinterung. Nicht nur Hummeln, Wildbienen und verschiedene Wespenarten, auch Schmetterlinge, Marienkäfer, Blumenwanzen, Flor- und Schwebfliegen, Käfer, Ohrwürmer und Glühwürmchen nehmen ein solches Habitat gern an. · Bild aus: Werner Stingl: Insektenhotels für Balkon, Terrasse und Kleingarten · Hans-Nietsch-Verlag, 2018

Buchvorstellung von Julia Brunke

Forscher schlagen seit Jahren Alarm: Die Zahl der Insekten ist in den letzten Jahren um rund 80 (!) Prozent zurückgegangen. Dies gefährdet nicht nur die Obsterträge, sondern auch die Artenvielfalt, denn rund 80 Prozent aller Wildpflanzen werden durch Insekten bestäubt. Hinzu kommt: Der dramatische Rückgang der Insekten steht mit dem ebenso dramatischen Rückgang der Vögel in engem Zusammenhang - und dem Rückgang weiterer Insektenfressender Tiere wie Fledermäuse, Frösche, Kröten, Eidechsen und Igel. Auch wenn wir als Einzelne das dramatische Insektensterben nicht aufhalten können, so können wir doch ein Zeichen setzen und aktiv etwas für unsere Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten tun: durch den Kauf von ungespritztem Obst und Gemüse aus ökologischem Landbau, durch die Schaffung von Oasen in unseren Gärten und das Aufstellen von Insektenhotels.

Als hauptverantwortlich für den dramatischen Insektenrückgang wird vor allem die immer intensivere Nutzung von Unkraut- und Insektengifte in der industriellen Landwirtschaft gemacht. Der zunehmende Einsatz hocheffektiver Insektizide dezimiert nicht nur die anvisierten Schädlinge, sondern bedroht auch Honigbienen und wildlebende Insekten, wie Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge. Neonicotinoide sind die weltweit meist eingesetzten Insektengifte. Sie können bereits in sehr kleinen Mengen Insekten töten oder ihr Nervensystem schädigen. Auch das weltweit am meisten verkaufte Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat beeinträchtigt das Orientierungsverhalten der Bienen.

Eine weitere Auswirkung des Glyphosateinsatzes in der Agrarlandschaft ist der Verlust von Wildblumen und Kräutern. Daraus folgt ein dramatischer Nahrungsmangel für alle Blüten besuchenden Insekten und Feldvögel. Die unzureichende Nektar- und Pollenversorgung ist eine weitere Gefahr für die Gesundheit der Bienen. Zwischen herbizidbesprühten, flur bereinigten Äckern ist zudem kaum noch Platz für Brachland, Hecken und Wiesen mit Wildblumen. Weil immer mehr halb morsche und marode Bäume in der Forstwirtschaft oder zur Verkehrssicherung gerodet werden, verlieren zahlreiche Insektenarten ihre Brutstätten.

Das Insektensterben gefährdet die Artenvielfalt: Rund 80 Prozent aller Wildpflanzen werden durch Insekten bestäubt. Viele Pflanzen sind zur Bestäubung auf ein ganz bestimmtes Insekt angewiesen und dieses braucht genau diese Pflanze als Futterpflanze. Mit dem Insekt verschwindet demnach auf lange Sicht auch die Pflanze und umgekehrt. Hinzu kommt: Rund 60 Prozent aller Vögel sowie Fledermäuse, Frösche, Kröten, Eidechsen, Salamander und andere Amphibien, Igel, Maulwürfe, Spitzmäuse sind auf Insekten als Nahrungsquelle angewiesen.

Hauptverantwortlich für das Insektensterben

Hauptverantwortlich für das Insektensterben

ist die industrielle Landwirtschaft mit Insektengiften und Herbiziden sowie der Verlust von Lebensraum: Wiesen mit Wildblumen, morsche Bäume und Totholz, Hecken. · Bild: Jean-Michel Pouget · Fotolia.com

Lebensraum schaffen mit Insektenhotels

Mit dem Aufstellen von Insektenhotels kann jeder in seinem Garten und sogar auf dem Balkon Lebensraum für Insekten und Wildbienen schaffen - und damit auch unseren Vögeln und vielen weiteren Tieren helfen. Alles, was man dazu wissen muss, erklärt der Wissenschaftsjournalist und Hobbygärtner Walter Stingl in seinem neuen Buch Insektenhotels für Balkon, Terrasse und Kleingarten .

Kleine Insektenhotels können schon mit ganz einfachen Mitteln und ohne Kosten selbst gebaut werden. Wenn Sie Freude daran haben, können Sie natürlich auch - vielleicht in einem Projekt mit Kindern - ein etwas aufwändigeres großes Insektenhotel gestalten. Walter Stingl stellt in seinem Buch 10 verschiedene Insektenhotels mit bebilderten Schritt-für Schritt-Anleitungen vor: vom einfachen Mini-Ho(s)tel bis hin zum klassischen Insektenhotel im Baukastenstil.

Vorzug eines Insektenhotels ist, dass es keine Pflege braucht. Einmal installiert, kann es weitgehend sich selbst überlassen bleiben. Sie brauchen weder zu füttern noch auszumisten. Und wenn Sie in Urlaub fahren, muss niemand das Haus hüten , erklärt der Hobbygärtner.

Der richtige Zeitpunkt für ein neues Hotel

Der beste Zeitpunkt, ein neues Insektenhotel zu eröffnen beziehungsweise aufzustellen oder aufzuhängen ist das zeitige Frühjahr, also Anfang März oder - um ganz auf der sicheren Seite zu sein - bereits Ende Februar , erklärt Walter Stingl. Denn sobald die ersten wärmeren Sonnenstrahlen die in fast einjähriger Dunkelhaft erwachsen gewordenen Mauerbienen aus ihrer Kinderstube locken, geht der große Run - oder besser Anflug! - auf geeignete neue Nistgelegenheiten los.

Doch egal, wann wir ein Insektenhotel aufstellen: irgendwann im Laufe des Sommers wird es bezogen. Und spätestens im nächsten Frühjahr sollte Hochbetrieb herrschen.

Ein Tropfen auf den heißen Stein?

Insektenhotels allein werden die bedrohten Insekten nicht retten , schreibt Werner Stingl. Selbst dann nicht, wenn in jedem bundesdeutschen Haushalt eine solche Herberge auf Balkon, Terrasse oder im Kleingarten stehen würde. Denn unseren Insekten fehlt es nicht nur an geeignetem Wohnraum.

Bewegen kann man mit ihnen aber dennoch etwas, denn Insektenhotels und das um sie herum beobachtbare Treiben können Menschen, die sich bislang vielleicht wenig dafür interessiert haben, für Natur und Ökologie sensibilisieren.

Bei Gartenbesitzern bleibt es dann vielleicht nicht bei einem Insektenhotel, es darf dann doch irgendwo in einer versteckten Gartenecke ein Holzstoß vor sich hinmodern, man verzichtet auf Spritzmittel und statt englischem Rasen wird womöglich eine Wildblumenwiese bevorzugt. Und auch Balkone und Terrassen können Sie in wenigen Stunden in insektenfreundliche, blühende Oasen verwandeln. Wird all das von möglichst vielen Menschen umgesetzt, wäre schon eine Menge passiert.

Einsteigermodell Nr. 1 (fast) zum Nulltarif:

Der halbierte Stamm

Das brauchen Sie:
einen Stamm oder dicken Ast mit glatter Rinde von 20 bis 30 Zentimetern Durchmesser
Grünholz- oder Astsäge
Akkuschrauber oder Bohrmaschine
Bohreraufsätze mit 2 bis 10 Millimetern Durchmesser
2 Schrauben oder Schraubösen
Schnur oder Blumendraht (Menge nach Bedarf)

So wird"s gemacht:
Sägen Sie von einem Stamm oder Ast mit glatter Rinde von 20 bis 30 Zentimetern Durchmesser ein ungefähr 30 Zentimeter langes Stück ab.
Wenn gerade im Wald oder Stadtpark Holzarbeiten im Gang sind, finden Sie hier nicht nur passende Holzstücke, darum gebeten hilft Ihnen sicher einer der Waldarbeiter oder Baumpfleger in Sekundenschnelle mit einer Motorsäge. Aber auch mit einer Grünholz- oder Astsäge geht das schneller, als Sie denken.
Der Länge nach gespalten, haben Sie bereits die Grundelemente für zwei attraktive Insektenbaumhäuser.
Bohren Sie mit dem Elektrobohrer von der Rindenseite her möglichst viele tiefe waagerechte Löcher in den Stamm. Diese sollten unterschiedlich groß sein und jeweils einen Durchmesser von 2 bis 10 Millimetern haben. Bohren Sie aber nicht so tief in das Holz, dass die Löcher die Rückseite durchstoßen. Brutröhren für Insekten müssen stets Sackgassen sein, die nur an einem Ende offen sind.
Befestigen Sie die Schrauben oder Schraubösen an den oberen Ecken, an denen Sie die Schnur oder den Blumendraht zum Aufhängen fixieren.
Jetzt müssen Sie nur noch einen Nagel in die Wand schlagen oder eine Schraube (mit Dübel) in der Wand befestigen und den Halbstamm daran hängen.

Aus: Werner Stingl: Insektenhotels für Balkon, Terrasse und Kleingarten Hans-Nietsch-Verlag, 2018

Einsteigermodell Nr. 2 (fast) zum Nulltarif:

Das Blockhaus

Das brauchen Sie:
ein Stück Restholz, etwa 20 Zentimeter lang
Grünholz- oder Astsäge
Akkuschrauber oder Bohrmaschine
Bohreraufsätze mit 2 bis 10 Millimetern Durchmesser
2 Schrauben oder Schraubösen
Schnur oder Blumendraht (Menge nach Bedarf)

So wird"s gemacht:

Besorgen Sie sich für dieses Insektenhotel in der nächstgelegenen Zimmerei unbehandelte Holzreste. Ein 20 Zentimeter langes Stück von einem Dachbalken ist die perfekte Wahl für Ihr kleines Sechsbeiner-Blockhaus.
Bohren Sie mit dem Elektrobohrer an einer beliebigen Seite waagerechte Löcher mit unterschiedlichem Durchmesser in den Holzklotz. Diese sollten einen Durchmesser von 2 bis 10 Millimetern haben. Bohren Sie jedoch nur so tief in das Holz, dass die Löcher die Rückseite nicht durchstoßen.
Auch beim Blockhaus bleibt es ganz Ihnen überlassen, wie Sie die Anordnung der Bohrlöcher gestalten. Mit einem passenden Schriftzug haben Sie im Nu eine individuelle Unterkunft für Insekten kreiert.
Wenn Sie wollen, können Sie eine Dachschräge in den Holzblock sägen und das Dach mit Schilfhalmen decken. Sind diese dann so zugeschnitten, dass die Stängelknoten hinten und somit die Rückseiten geschlossen sind, kommen auch die Stängel als zusätzliche Niströhren für Ihre fliegenden Gäste infrage.
Aufhängen oder -stellen - z. B. auf die Blumenbank Ihres Balkons - und fertig ist die kleine Insektenresidenz.

Aus: Werner Stingl: Insektenhotels für Balkon, Terrasse und Kleingarten Hans-Nietsch-Verlag, 2018

Blühende Kräuter wie Lavendel, Salbei, Basilikum,

Blühende Kräuter wie Lavendel, Salbei, Basilikum,

Thymian, Ringelblume und Ruccola bereichern nicht nur Ihre Küche, sondern bieten auch Nahrung für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. · Bild: Jean-Jacques Cordier · Fotolia.com

Wie baue ich ein Insektenhotel?

Wollen Sie unseren Wildbienen und Insekten helfen? Jetzt im Frühjahr ist die richtige Zeit, Insektenhotels im Garten oder auf dem Balkon bereit zu stellen und den Garten insektenfreundlich zu gestalten! Das Buch Insektenhotels für Balkon, Terrasse und Kleingarten ist ein informativer und praktischer Ratgeber:

Selbst ist der Mann/die Frau, gern auch als Projekt mit Kindern: Vorgestellt werden 10 verschiedene Insektenhotels vom einfachen Mini-Ho(s)tel bis hin zum klassischen Insektenhotel im Baukastenstil.

Mit bebilderten Schritt-für Schritt-Anleitungen.

Mit Informationen zu Naturmaterialien und Werkzeugen sowie zum geeigneten Standort.

Tipps zur Gestaltung einer insektenfreundlichen Umgebung auf Balkon, Terrasse und im Garten.

Die Hotelgäste kennenlernen: 30 Porträts der zukünftigen Bewohner des Insektenhotels mit Fotos.

Werner Stingl: Insektenhotels
F
ür Balkon, Terrasse und Kleingarten
Broschur, durchgehend vierfarbig, 144 Seiten
Hans-Nietsch-Verlag, 1. Auflage Februar 2018
ISBN 978-3-86264-709-5
Preis: € 12,90 (D) € 13,30 (A)


FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust - Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter