Milch tötet Tiere

Vom Leid der Milchkühe und ihrer Kälbchen

Vor 40 Jahren gab eine Kuh am Tag etwa 8 Liter

Vor 40 Jahren gab eine Kuh am Tag etwa 8 Liter

Milch – so viel, wie ein Kälbchen braucht, um heranzuwachsen. Moderne Turbo-Kühe bringen 30, 40 oder sogar 60 Liter Milch am Tag. Die dermaßen überzüchteten Tiere sind besonders krankheitsanfällig – ihr Leben endet mit nur vier bis fünf Jahren im Schlachthof. Sie sind zu Wegwerfkühen geworden. · Bild: Anton Havelaar - shutterstock.com

Von Julia Brunke, Redaktion Freiheit für Tiere

Eine Kuh gibt nur Milch, wenn sie ein Kind bekommt. Wie bei einer Menschenfrau dauert die Schwangerschaft neun Monate. Damit die Kuh immer Milch gibt, wird sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Das Kälbchen wird der Mutterkuh kurz nach der Geburt weggenommen. Weibliche Kälber werden meist zu Milchkühen aufgezogen. Die männlichen Kälber werden vier bis sechs Monate lang gemästet, bis sie - ihrem Alter nach noch Kinder - nach qualvollen Tiertransporten im Schlachthof enden.

Doch auch ihre Mütter, die sie nie kennen gelernt haben, werden nicht sehr alt: eine Milchkuh wird durchschnittlich im Alter von vier Jahren geschlachtet - völlig ausgelaugt von den Dauerschwangerschaften und der völlig unnatürlich hohen Milchproduktion. Zu diesem Zeitpunkt ist die Kuh oft nicht einmal ausgewachsen.

Pro Jahr werden Milchkühen in Deutschland

Pro Jahr werden Milchkühen in Deutschland

1,5 bis 3,3 Mal Antibiotika verabreicht. Der Grund: Wegen der Hochleistungszucht nehmen Erkrankungen des Euters, der Klauen und Fortpflanzungsorgane stark zu. · Bild: Presenza - Fotolia.com

Wegwerfkühe: mit 5 Jahren zum Schlachter

1951 gab eine Kuh durchschnittlich 2600 Liter Milch im Jahr. 1980 waren es bereits 4548 Liter und 1998 ganze 5750 Liter, also mehr als doppelt so viel wie vor 40 Jahren! Und heute? Heute gibt eine Hochleistungskuh um die 10.000 Liter Milch in einem Jahr. Nirgendwo sonst in der EU gibt es so viele Milchkühe wie in Deutschland: Es sind mehr als vier Millionen Tiere, die mehr als 30 Millionen Tonnen Milch pro Jahr produzieren - damit liegt Deutschland EU-weit auf Platz 1. Acht von zehn Milchkühen stehen in Ställen mit Güllehaltung, das bedeutet, sie stehen auf so genannten Spaltenböden. Sie leiden unter entzündeten Klauen und Gelenken. Die meisten Milchkühe werden in Bayern gehalten, hier steht die Hälfte der fast 1,2 Millionen Milchkühe sogar noch in Anbindeställen.

Die überzüchteten Tiere mit einer völlig unnatürlichen Milchleistung sind besonders krankheitsanfällig. Durch ihr riesiges Euter haben sie Schmerzen an Rücken, Hinterbeinen und Klauen. Hochleistungskühe bekommen nicht Heu und Gras, sondern spezielles Kraftfutter, das aber für den Kuhmagen nicht geeignet ist. Die Folge sind oft Magenerkrankungen. Die hohe Milchleistung macht sie auch anfälliger für Stoffwechselerkrankungen. Viele Milchkühe leiden an Mastitis, einer Entzündung des Euters. Ihre Milch enthält durch die enorme Belastung sowie Entzündungen oft viel mehr Eiterzellen. Weil eine hohe Keimbelastung den Milchpreis senken kann, kommen oft Antibiotika zum Einsatz. Mastitis gehört zu den häufigsten Gründen, aus denen Kühe vorzeitig getötet werden.

Früher war es durchaus normal, wenn eine Kuh 15 Jahre alt wurde. Heute kommen Kühe bereits mit nur vier bis fünf Jahren in den Schlachthof. Da eine Kuh erst nach zwei Aufzuchtjahren ein Kalb zur Welt bringt, geben Kühe heute im Durchschnitt gerade noch etwas mehr als zwei Jahre lang Milch! Sie sind zu Wegwerfkühen geworden.

Kühe sind mit 5 Jahren ausgewachsen

Kühe sind mit 5 Jahren ausgewachsen

und können 20 bis 25 Jahre alt werden. In der Milchindustrie kommen sie bereits mit 4 bis 5 Jahren in den Schlachthof. · Bild: Freiheit für Tiere

Auch die Kälbchen sind zum Abfallprodukt

Auch die Kälbchen sind zum Abfallprodukt

verkommen: Sie werden im Schnitt für 8,49 Euro verkauft und bis zur Schlachtreife gemästet - oft nach Transporten von über 19 Stunden. · Bild: Grigorenko - Fotolia.com

Die Kälbchen: ein Abfallprodukt

Weil jede der über vier Millionen Milchkühe jedes Jahr ein Kalb bekommen muss, damit sie Milch gibt, sind auch die Kälbchen zum Abfallprodukt verkommen: Anders als dafür gezüchtete Fleisch-Rassen setzen sie nicht viel Fett an, und es gibt so viele, dass sie regelrecht verramscht werden. Besonders wertlos sind weibliche Kälber, die nicht für den Bestands erhalt in der Milchproduktion gebraucht werden.

Im Oktober 2019 war ein weibliches Kalb im Schnitt nur noch 8,49 Euro wert, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Anfrage der Grünen mit. Billiger als ein Kanarienvogel , titelte das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Manche Kälber kosten gerade mal noch einen Euro , so die Schlagzeile in der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Die weiblichen Kälber, die für den Bestandserhalt in der Milchindustrie gebraucht werden, erleiden das gleiche Schicksal wie ihre Mütter - als Wegwerfkuh.

Die männlichen Kälber werden drei bis sechs Monate bis zur Schlachtreife gemästet. Doch auch bei männlichen Kälbern findet der gleiche Preisverfall statt: Der Wert für ein männliches Kalb lag im Oktober durchschnittlich bei unter 50 Euro, im Mai waren es noch 100 Euro. Die Bundesregierung begründet den Preiseinbruch mit einem Überangebot an Kälbern. Der Grund dafür: Männliche Kälbchen sowie überzählige weibliche Kälbchen werden im Alter von zwei bis sechs Wochen an spezialisierte Betriebe verkauft, die sie bis zur Schlachtreife mästen. Viele dieser Mastbetriebe befinden sich im Ausland, zum Beispiel in Spanien.

Dies führt dazu, dass wenige Wochen alte Kälbchen oft über 19 Stunden quer durch Europa in einem Tiertransporter unterwegs sind. Für die zwei bis sechs Wochen alten Kälbchen sind die Tiertransporte eine Qual: Sie leiden Durst, weil sie die Tränken für erwachsene Kühe nicht bedienen können, sie lecken an den Metallstangen, brüllen vor Durst, Angst und Stress. Eine Recherche der Süddeutschen Zeitung zeigte, dass die erlaubten Transportzeiten immer wieder überschritten werden.

Die Transportzahlen der Bundesregierung zeigen jetzt aber, dass der Export ins Stocken geraten ist. Immer mehr Veterinärämter erteilen keine Genehmigungen mehr für Langstreckentransporte in andere Länder.

Nach Recherchen der WELT AM SONNTAG werden in industriellen Milchbetrieben bis zu 200.000 Kälber jährlich kurz nach der Geburt mit illegalen Methoden entsorgt. Vor allem männliche Kälber werden als Abfallprodukt der Milchwirtschaft in den ersten drei Lebensmonaten getötet oder verenden. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern seien es bis zu 16 Prozent der Jungtiere , die entsorgt werden, so Frigga Wirths, Tierärztin an der Akademie für Tierschutz des Deutschen Tierschutzbundes. Je größer die Betriebe, desto höher die Mortalität.

Gleich nach der Geburt ihres Kälbchens

Gleich nach der Geburt ihres Kälbchens

beginnt die Mutterkuh, ihr Kalb trocken zu lecken, womit sie den Kreislauf und die Atmung anregt. Beim Lecken muht die Mutterkuh tief und verstärkt so die Bindung zu ihrem Kalb. Doch schon wenige Stunden nach der Geburt wird das Kälbchen der Mutterkuh weggenommen. Die Kuh ruft tagelang nach ihrem Kälbchen. · Bild: Rhian Mai Hubbart - shutterstock.com

Was bedeutet die frühe Trennung für Kuh und Kalb?

Gleich nach der Geburt ihres Kälbchens beginnt die Mutterkuh, ihr Kalb trocken zu lecken, womit sie den Kreislauf und die Atmung anregt. Beim Lecken muht die Mutterkuh tief und verstärkt so die Bindung zu ihrem Kalb. Doch schon wenige Stunden nach der Geburt wird das Kälbchen der Mutterkuh weggenommen. Die Kuh ruft tagelang nach ihrem Kälbchen.

Auch für das neugeborene Kalb ist die Trennung von der Mutter eine riesige Belastung: Eine Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien zeigte, dass Kälbchen ohne ihre Mütter unter chronischem Stress leiden (gemessen an der Herzfrequenz und am Kortisolspiegel). Während Kälber, die bei ihren Müttern aufwachsen, neugierig die Umgebung erkunden, reagieren mutterlos aufgezogene Kälber resigniert. Sie werden nicht sozialisiert und können später zum Beispiel die Signale anderer Kühe nicht richtig deuten.

Wie andere Säugetiere - wir kennen es von Katzen oder Hunden -, die ihren Müttern zu früh weggenommen werden, zeigen mutterlos aufgewachsene Kälbchen Verhaltens störungen. Sie saugen an anderen Kälbern und oft saugen sie sogar als erwachsene Rinder noch an allem.

Quellen:
· Frühe Trennung von Kuh und Kalb hat Spätfolgen für den Nachwuchs. Veterinärmedizinische Universität Wien, 28.4.2015
· Kathrin Wagner, Daniel Seitner et al: Effects of mother versus artificial rearing during the first 12 weeks of life on challenge responses of dairy cows. Journal Applied Animal Behaviour Science, Volume 164, March 2015, Pages 1-11

Männliche Kälbchen sowie überzählige weibliche

Männliche Kälbchen sowie überzählige weibliche

Kälbchen werden an spezialisierte Mastbetriebe verkauft, meist im Ausland, zum Beispiel in Spanien. Dies führt dazu, dass wenige Wochen alte Tiere oft über 19 Stunden quer durch Europa in einem Tiertransporter unterwegs sind. Weil sie in diesem Alter noch saugen, können sie die Tränken nicht bedienen und leiden neben Angst und Stress an furchtbarem Durst. · Bild: Photoagriculture - shutterstock.com

Milchproduktion steht in engem Zusammenhang mit der Fleischindustrie

Vielen Vegetarier, die aus ethischen Gründen kein Fleischessen, ist nicht bewusst, dass die Milchproduktion im engen Zusammenhang mit der Fleischindustrie steht: Damit die Kühe Milch geben, müssen Jahr für Jahr mehr als vier Millionen Kälber geboren werden. Mehr als zwei Drittel davon landen in der Kälbermast, wo sie drei bis sechs Monate lang auf das Schlachtgewicht gemästet werden. Europaweit stammen zwei Drittel des Kalbfleisches von Milchviehrassen.

Der Profit wird maximiert, indem man jedem Kalb nur etwa einen Quadratmeter Fläche zur Verfügung stellt: Sie werden in enge Verschläge gesperrt, in denen sie sich kaum bewegen können. Statt der Muttermilch bekommen sie eine fette Brühe mit viel Salz. Durch die überhöhte Menge Salz müssen die Kälber in Ermangelung von Wasser mehr Milchaustausch-Brei zu sich nehmen und nehmen so schneller zu. Die unnatürliche Fütterung und die nicht artgerechte Haltung führen oft zu starken Durchfällen und zu einer hohen Sterblichkeitsrate.

Spätestens ab der neunten Woche werden die Kälber in Gruppen auf Vollspaltenböden gehalten, die durch Kot und Urin rutschig sind - ein Ausleben des natürlichen Spiel- und Bewegungstriebs ist extrem eingeschränkt bis unmöglich. Die Tiere werden künstlich anämisch gehalten, indem ihnen jegliche Aufnahme von Eisen vorenthalten wird, da sonst das Fleisch nicht hell bleibt. Auch Raufutter bekommen die Tiere aus diesem Grund nicht zu essen. So leiden sie an Blutarmut, Durchfall, Lungenentzündungen und Lähmungen. Sie stehen auf Spaltenböden über ihrem eigenen Kot in entsetzlichem Gestank mit schmerzenden und verformten Füßen.

Seit 2017 dürfen Kälber wieder mit Tierfett - sogar von Rindern! - im Milchaustauscher gefüttert werden. Wohin es führt, wenn man Kühe, die bekanntlich Pflanzenesser sind, mit Fleisch- und Knochenmehl, auch ihrer Artgenossen, füttert, zeigte der BSE-Skandal vor etwa 20 Jahren: Der Rinderwahn , eine tödliche Erkrankung des Gehirns, hatte nicht nur massenhafte Tötungen von mehr als 4 Millionen Rindern zur Folge. Es starben auch mindestens 177 Menschen, die sich durch Rindfleisch infiziert hatten, an einer neuen Form der Creutzfeldt-Jacob-Erkrankung. Die Angst vor der Seuche war so groß, dass selbst in Steakhäusern nur noch Pute bestellt wurde. In der Folge wurde die Fütterung von Rindern mit Tiermehl und Tierfett verboten. Das Tiermehl-Verbot wurde von der EU 2013 gelockert. Seit 2017 darf in Deutschland Fett aus genussfähigen Schlachtabfällen, auch von Rindern, wieder in den Milchaustauscher.

Tierbabys auf dem Teller

Kein Tier, welches für den Fleischkonsum geschlachtet wird, erreicht auch nur ein Sechstel seiner natürlichen Lebenserwartung. Fast alle werden getötet, noch bevor sie überhaupt ausgewachsen sind. Ein Rind hat eine natürliche Lebenserwartung von 20 bis 30 Jahren.

Doch die Kälber der Milchkühe werden bereits im Alter von drei bis sechs Monaten geschlachtet - es handelt sich also um Tierbabys!

Eine Milchkuh kommt im Alter von vier bis fünf Jahren zum Schlachter. Zu diesem Zeitpunkt sind viele Kühe noch nicht einmal ausgewachsen. Verglichen mit dem Alter eines Menschen würde es sich um ein etwa 15-jähriges Mädchen handeln.

Viele Kühe kommen trächtig zum Schlachter - dies erhöht das Gewicht und damit den Schlachtpreis. Nach Schätzungen der Bundestierärztekammer sterben in deutschen Schlachthöfen jedes Jahr etwa 180.000 ungeborene Kälber im Mutterleib - sie ersticken langsam und qualvoll, während ihre Mütter am Schlachterhaken ausbluten.

Lässt die »Milchleistung« nach,

Lässt die »Milchleistung« nach,

ist die Kuh nicht mehr »rentabel«.

Mehr Verbraucherbewusstsein: Veganer Lebensmittelmarkt wächst

Das wachsende Bewusstsein für die Tierquälerei in der Lebensmittelindustrie ermutigt immer mehr Menschen dazu, von tierischen zu pflanzlichen Produkten zu wechseln - und also auch Milch und Milchprodukte wegzulassen.

Eine Marktanalyse aus dem Jahr 2019, die im Handelsblatt veröffentlicht wurde, sieht das wachsende Bewusstsein für die Vorteile einer veganen Ernährung als Schlüsselfaktor für das weltweite Wachstum des veganen Lebensmittelmarktes.

Die EU-Studie »Megatrends im Agrar- und Lebensmittelsektor« geht davon aus, dass die Abkehr von Fleisch und Milchprodukten in den heute wohlhabenden Regionen der Welt anhalten wird. Vor dem Hintergrund einer kritisch bewerteten Tierhaltung, von Sorgen ums Klima und einer gesunden Ernährung steige in den wohlhabenden Ländern die Nachfrage nach Gemüse, Obst, Getreide und Eiweißersatzprodukten. Die Studie ist vom Agrarausschuss des Europäischen Parlaments Anfang November 2019 vorgestellt worden.

Immer mehr Konzerne wittern das große Geschäft mit veganen Lebensmitteln - vor allem in Deutschland. In kaum einem anderen Land ist der Anteil veganer Nahrungsmittel an den Produkteinführungen so hoch: In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl veganer Produkteinführungen in Deutschland mehr als verdreifacht. Waren 2013 noch vier Prozent aller neuen Lebensmittel als vegan ausgezeichnet, so waren es 2018 rund 13 Prozent.

Große Fleischanbieter von Rügenwalder bis Wiesenhof sowie Discounter wie Lidl mit dem ständig ausverkauften »Beyond Meat Burger« bauen das Geschäft mit veganen Lebensmitteln immer weiter aus. Der Geflügelfleisch-Konzern Wiesenhof bietet inzwischen die Kult-Bratwurst »Bruzzzler« und vegane Minischnitzel und Nuggets aus Reisflakes an, demnächst kommt Mondarella , ein veganer Mozzarella auf Mandelbasis, auf den Markt.

Längst setzen Lebensmittelkonzerne

Längst setzen Lebensmittelkonzerne

wie Nestlé, traditionelle Fleischkonzerne wie Rügenwalder und Wiesenhof sowie alle großen Supermarktketten auf den veganen Trend - nicht aus Tierliebe versteht sich, sondern weil dies die größten Umsatzsteigerungen verspricht. So sicherte sich der Geflügelfleisch-Konzern PHW (Wiesenhof) die Vertriebsrechte für den veganen Mozzarella »Mondarella« eines italienischen Start-ups. · Bild: www.mondarella.eu

Viele Veganer bevorzugen Firmen, die von Anfang an aus ethischer Überzeugung auf vegan gesetzt haben, wie Käse-Alternativen von »Dr. Mannahs Happy Cheeze«, »Simply«, »Wilmersburger«, »Soyana«, »bedda«, »Veganz« oder »No Muh« und »New Roots« aus der Schweiz. Viele dieser veganen Käse und Milch-Alternativen sind längst auch bei großen Supermarktketten wie Edeka, Rewe, Aldi im Sortiment, zum Teil sogar als Eigenmarken wie vegane Reis-, Soja und Haferdrinks von Edeka in Bio-Qualität, selbst Penny führt inzwischen Sojamilch und vegane Aufstriche als Eigenmarke. Auch traditionelle Käsemarken wie »MILRAM«, »Exquisa« oder »Bresso« gibt es inzwischen in jedem Supermarkt 100% pflanzlich.

Die Firma Vegusto aus der Schweiz

Die Firma Vegusto aus der Schweiz

bietet »No Muh«-Käse als Hartkäse sowie veganen Raclette- und Fondue-Käse an - seit 1997 aus echter ethischer Überzeugung und Tierliebe. · Bild: www.vegausto.ch

Die Freiburger Molkerei Schwarzwaldmilch hat vegane Hafer-Drinks in ihr Sortiment aufgenommen. Der Trend zu veganen Produkten sei »unumkehrbar«, so Geschäftsführer Andreas Schneider. Trends, so Schneider, könne man nicht ignorieren. »Und wenn man hinten auf den Zug aufspringen muss, tut es weh.« Für die »Velike!«-Hafer-Drinks setzt die Molkerei auf ihr Erfolgskonzept aus der Milchproduktion: Der Hafer wird ganz ausschließlich in Bioqualität in den Naturparks im Schwarzwald angebaut - die Milchbauern werden jetzt zu Haferlieferanten.

Die Molkerei Schwarzwaldmilch

Die Molkerei Schwarzwaldmilch

nimmt vegane Hafer-Drinks in ihr Sortiment auf - Milchbauern werden jetzt Haferlieferanten. · Bild: black-forest-nature.de

Denn: Der Trend zu veganen Produkten

Denn: Der Trend zu veganen Produkten

sei »unumkehrbar«, so Schwarzwaldmilch-Geschäftsführer Andreas Schneider. · Bild: black-forest-nature.de

Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie müssen umdenken:

"Fleisch und Milch werden zum Auslaufmodell"

»Kalifornische Denkfabrik: Fleisch und Milch werden zum Auslaufmodell«, titelt die Agrarzeitung am 18.9.2019. Wohl gemerkt: die Agrarzeitung! »Bis 2030 wird die Lebensmittelproduktion einen radikalen Wandel erleben«, ist in dem Artikel zu lesen. Demnach erwartet der kalifornische Think Tank RethinkX, dass in den kommenden zehn Jahren auf pflanzlicher und mikrobiologischer Basis erzeugte Lebensmittel riesige Marktanteile gewinnen werden - und die klassische Fleisch- und Milchproduktion mit ebenso großen Einbußen rechnen müsse. In den USA werde sich deshalb die Zahl der Rinder halbieren, ist weiter in der Agrarzeitung zu lesen.

Wörtlich schreiben die Zukunftsforscher in ihrem Bericht »Major disruption in food and agriculture in next decade« (»Grundlegende Umbrüche in der Ernährungs- und Landwirtschaft in den kommenden zehn Jahren«): »Bis 2030 werden moderne Lebensmittel qualitativ hochwertiger sein und weniger als die Hälfte des Preises der von ihnen ersetzten tierischen Lebensmittel kosten, die Milch- und Rinderindustrie wird zusammenbrechen und der Rest der Viehwirtschaft wird folgen.« Bis 2035 werde in den USA die Nachfrage nach Rindfleisch und Milchprodukten sogar um fast 90 Prozent sinken, so dass nur lokale Spezialfarmen in Betrieb bleiben.

Bis 2030 werde die Hälfte der 1,2 Millionen Arbeitsplätze in der US-amerikanischen Rindfleisch- und Milchproduktion (einschließlich der Lieferkette) verloren gehen, bis 2035 sogar 90 Prozent der Arbeitsplätze. Gleichzeitig würden in der aufstrebenden modernen Lebensmittelindustrie bis 2030 mindestens 700.000 neue Arbeitsplätze und bis 2035 bis zu 1 Million Arbeitsplätze entstehen.

Was ist der Grund für diese Entwicklung? Der Bericht der Zukunftsforscher erklärt es so: Die industrielle Viehwirtschaft ist eines der ineffizientesten Lebensmittelproduktionssysteme der Welt. Moderne Lebensmittel sind weitaus effizienter als Produkte tierischen Ursprungs: bis zu 100-mal effizienter was die Landnutzung betrifft, 10-25-mal effizienter im Rohstoff verbrauch, 20-mal effizienter in der Herstellungszeit und 10-mal effizienter im Wasserverbrauch.

Vor allem würden die Treibhausgasemissionen massiv gesenkt: »Die US-amerikanischen Treibhausgasemissionen aus der Rinderhaltung werden bis 2030 um 60 Prozent und bis 2035 um fast 80 Prozent sinken. Selbst wenn die moderne Nahrungsmittelproduktion, die die tierische Landwirtschaft ersetzt, einbezogen wird, werden die Nettoemissionen des gesamten Sektors bis 2030 um 45 Prozent sinken bis 2035 bis zu 65 Prozent.«

Hinzu kommt: »Ernährungsbedingte Vorteile könnten sich tiefgreifend auf die Gesundheit auswirken, sowohl bei der Reduzierung lebensmittelbedingter Erkrankungen als auch bei Krankheiten wie Herzerkrankungen, Fettleibigkeit, Krebs und Diabetes, die Schätzungen zufolge jährlich 1,7 Billionen US-Dollar kosten«, heißt es wörtlich im Bericht der Zukunftsforscher.

Der Beyond Meat-Burger:

Der Beyond Meat-Burger:

Er besteht aus Erbsenprotein und pflanzlichen Ölen und ist von Rindfleisch-Burgern nicht zu unterscheiden – ohne dass dafür auch nur ein Rind sterben muss. Die veganen Burger von Beyond Meat haben auch in Deutschland einen riesigen Hype ausgelöst. Als der Discounter Lidl Beyond Meat im Sommer 2019 ins Sortiment aufnahm, waren die Burger-Pattys ständig ausverkaut – sehr zum Ärger vieler Kunden. · Bild: www.beyondmeat.com

"Was Tesla für die Autobranche ist, sind vegane Lebensmittel für die Nahrungsmittelindustrie"

Auch aus der Sicht des Wirtschaftsethikers Prof. Dr. Nick Lin-Hi von der Universität Vechta stehen Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie vor einem Paradigmenwechsel: Vegane Lebensmittel werden in den nächsten Jahren keine Nischenprodukte mehr sein, sondern Milch, Fleisch und Eiern ernsthaft Konkurrenz machen. Landwirte müssten sich darauf einstellen, so der Forscher. Noch hätten sie Zeit, Initiative zu ergreifen. Was Tesla für die Autobranche ist, seien vegane Lebensmittel für die Nahrungsmittelindustrie.

»Wir haben einen "grünen Rutsch" in der Gesellschaft, die Menschen fangen an, anders einzukaufen«, so der Forscher im Hamburger Abendblatt. Und die Klimadebatte wird auch bei der Kaufentscheidung im Supermarkt eine Rolle spielen, immerhin steht die Nahrungsmittelindustrie für ungefähr ein Drittel der menschengemachten Klimaemissionen.

Die Landwirtschaft müsse radikal umdenken: »Wir haben noch ein Zeitfenster, in dem die Branche am Wandel mitwirken kann. Aber die industrielle Landwirtschaft wird schrumpfen, davon bin ich überzeugt. Wachstum wird es dort nicht mehr geben«, so Prof. Dr. Nick Lin-Hi.

Die Graphik zeigt:

Die Graphik zeigt:

Ein US-Bürger, der sich mit Milchprodukten, Fisch und Fleisch ernährt (Standardernährung), verbraucht pro Jahr mehr als 2.000 kg Co²-Equivalente. Wer davon nur die Milchprodukte weglässt, spart jedes Jahr ca. 800 Co²-Equivalente! Wer sich vegan ernährt, verbraucht nur 12 % oder ein Achtel der Treibhaus-Emissionen im Vergleich zur Standardernährung mit Milchprodukten, Fisch und Fleisch. · Graphik-Quelle: How much would giving up meat help the environment? Going vegan for two-thirds of meals could cut food-related carbon emissions by 60%. The Economist, 15.11.2019

Verzicht auf Milch: Aktiver Klimaschutz

Bei der Produktion von einem Kilo Käse entstehen über acht Kilogramm Treibhausgase. Die Milchproduktion hat einen nicht unerheblichen Anteil an klimaschädlichen Emissionen. Die Massentierhaltung und die Verarbeitung von Tierprodukten verursachen laut einer Studie des Worldwatch Institute etwa die Hälfte der menschenverursachten Treibhausgase (World Watch Magazine, November/Dezember 2009).

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat in einer Studie ermittelt, dass eine Ernährung ohne Fleisch und Milchprodukte mehr als 7 Mal klimafreundlicher ist - eine rein pflanzliche Ernährung aus biologischer Erzeugung ist sogar mehr als 16 Mal klimafreundlicher!

Die britische Wochenzeitung The Economist errechnete auf der Grundlage wissenschaftlicher Studien: Wenn zwei Drittel der Mahlzeiten vegan zubereitet werden, kann dies die lebensmittelbedingten Treibhaus-Emissionen um 60 % senken. Die Graphik zeigt: Ein US-Bürger, der sich mit Milchprodukten, Fisch und Fleisch ernährt (Standardernährung), verbraucht pro Jahr mehr als 2.000 kg Co -Equivalente. Wer davon nur die Milchprodukte weglässt, spart jedes Jahr ca. 800 Co -Equivalente!

Wer sich vegan ernährt, verbraucht nur 12 % oder ein Achtel der Treibhaus-Emissionen im Vergleich zur Standardernährung mit Milchprodukten, Fisch und Fleisch.

Kuhmilch ist für Kälbchen gedacht!

Kuhmilch ist für Kälbchen gedacht!

Bild: Wollertz - shutterstock.com

Quellen:
· Billiger als ein Kanarienvogel : Ein Kalb kostet nur noch 8,49 Euro. Redaktionsnetzwerk Deutschland, 9.11.2019
· Kälber für einen Euro - Preise stark eingebrochen. Neue Osnabrücker Zeitung, 9.11.2019
· 200.000 männliche Kälber werden jährlich illegal getötet. WELT, 24.11.2019
· Tiertransporte: Durst, Panik, Quälerei. Süddeutsche Zeitung, 16.9.2019
· Masse statt Klasse in deutschen Ställen. Süddeutsche Zeitung, 7.12.2019
· Die überzähligen Kälber - ein Tierschutzproblem der Milcherzeugung.
provieh.de/die-ueberzaehligen-kaelber-ein-tierschutzproblem-der-milcherzeugung
· Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Bärbel Höhn, Friedrich Ostendorff, Nicole Maisch, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Drucksache 18/1391, Schlachtung tragender Kühe, 26.4.2014
· Forscher sieht vegane Wende: Bauern müssen reagieren. Hamburger Abendblatt, 9.11.2019
· Kalifornische Denkfabrik: Fleisch und Milch werden zum Auslaufmodell. Agrarzeitung, 18.9.2019
· Major disruption in food and agriculture in next decade. RethinkX, 16.9.2019.
· Global Vegan Food Market Insights, Forecast to 2025. MarketResearchNest, 27.6.2019
· Immer mehr Konzerne wittern das große Geschäft mit veganen Lebensmitteln. Handelsblatt, 26.3.2019
· Schwarzwaldmilch folgt Vegan-Trend. Schwarzwälder Bote, 17.11.2019
· Megatrends im Agrarsektor . Agrarisches Informationszentrum, 8.11.2019
· How much would giving up meat help the environment? Going vegan for two-thirds of meals could cut food-related carbon emissions by 60%. The Economist, 15.11.2019

FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Sonderpreis: Fakten gegen die Jagd (Ausgabe 2017, 24 Seiten)

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss. Im Dezember 2025 tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste. Im November 2025 tötete ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. weiterlesen

DVD gibt den Tieren eine Stimme: Der Hase und der Tod – Stumme Bitten

Der Schnee lag kalt und weiß auf freiem Felde.

Ein Hase und seine Frau suchten Futter. Die Pfoten froren. Es war ein mühsamer Weg, und der Wind pfiff über die Fläche. Die Ausbeute war kümmerlich. Man musste erst den Schnee fortkratzen, um etwas Essen zu finden.

Die Pfoten wurden so leicht wund dabei. Man musste sie dazwischen immer wieder ablecken. Auch war die Frau des Hasen leidend. Ein Bein war ihr zerschossen worden. Sie humpelte hilflos und gebrechlich über den Schnee.

»Ach, diese schrecklichen Jagden!« seufzte die Häsin. »Töten ist doch kein Vergnügen! Sogar Wölfe reißen aus Hunger, nicht aus Lust am Töten.«

»Es sind eben keine Wölfe, sondern Menschen«, sagte der Hase.


Manfred Kyber (1880-1933) war ein deutscher Schriftsteller und Tierschützer, der vor allem durch seine besonderen Tiergeschichten bekannt geworden ist. Aus zwei seiner Geschichten hat der Verlag Das Brennglas einen ergreifenden Zeichentrickfilm auf DVD produziert.

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DVD: „Stumme Bitten“ · „Der Hase und der Tod“ als Zeichentrick-Filme

Artikelnummer: 321

»Die Welt ist voll von stummen Bitten, die nicht gehört werden. Es sind Menschen, die sie nicht hören. Es scheint unmöglich, diese stummen Bitten zu zählen. So viele sind es. Aber sie werden alle gezählt. Sie werden gebucht im Buche des Lebens.« (Manfred Kyber) Ein Zeichentrickfilm, der unter die Haut geht, die »stumme Bitten« hörbar macht und den Tieren mit ergreifenden Bildern eine Stimme gibt!

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Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter