Pferden Freiheit schenken

Pferde - ein Inbegriff von Freiheit.

Pferde - ein Inbegriff von Freiheit.

Bild: Callipso Shutterstock

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Ein einziger Augenblick verändert das Leben und auf einmal ist nichts mehr so, wie es einmal war. So wurde das Praktikum in einem Schlachthof während ihres Studiums der Tiermedizin und die unmittelbare Konfrontation mit dem Tod so vieler Tiere für Andrea Höhse der Beginn einer sehr bewegenden Reise. Nicht nur ihre Sicht auf so genannte »Nutz«tiere veränderte sich, auch die Sichtweise auf ihre geliebten Pferde.

Andrea Höhse ist Tierärztin und Pferdewirtin mit Schwerpunkt Zucht und Haltung. Das Studium der Veterinärmedizin und die damit verbundene intensive Auseinandersetzung mit vielen Formen der industriellen Massentierhaltung haben sie zur veganen Lebensweise geführt. Nach dem Studium arbeitete sie fast zehn Jahre lang in einer Pferdeklinik als Tierärztin.

Der Weg einer Tierärztin

Andrea Höhse ist Tierärztin und Pferdewirtin mit Schwerpunkt Zucht und Haltung. Sie wurde 1980 in Hamburg geboren und wuchs im schleswig-holsteinischen Ahrensburg auf. Schon in früher Kindheit entdeckte sie die Liebe zu den Pferden. Seitdem sind Pferde ein fester Bestandteil in ihrem Leben, sowohl beruflich als auch privat. Aus Liebe zu den Tieren entschied sich Andrea Höhse, Tierärztin zu werden. Während des Studiums der Veterinärmedizin in Berlin wurde sie mit vielen Formen der industriellen Tierhaltung konfrontiert.

»Ich habe mich für den Beruf der Tierärztin entschieden, weil ich den Tieren eine Stimme geben wollte«, berichtet sie gegenüber FREIHEIT FÜR TIERE. »Im Laufe der Zeit musste ich aber feststellen, dass es in dem System der Tiernutzung sehr wenig Platz für die Bedürfnisse der Tiere gibt und die Menschen diese wunderbaren Lebewesen für alle möglichen Zwecke ausnutzen und damit immenses Leid verursachen. Schon die Besichtigung von diversen Mastanlagen während des landwirtschaftlichen Praktikums, aber ganz besonders auch der erste Besuch eines Schlachthofs im Rahmen des Studiums, haben mich tief geprägt und meine Sicht auf die Haltung und Nutzung von Tieren maßgeblich verändert.«

»Fleisch war für mich ein Lebensmittel

»Fleisch war für mich ein Lebensmittel

und ich hatte diese Art zu denken bis dahin auch nie angezweifelt.« Doch im Schlachthof konnte sie in dem Moment wahrnehmen, dass es sich nicht um ein anonymes Stück Fleisch handelte, sondern sie konnte das Tier dahinter sehen: »Ich nahm das Tier wahr, das nur gehalten und getötet worden war, damit es auf meinem Teller liegen würde.«

Das Schlachthofpraktikum während des Studiums wurde zum Schlüsselerlebnis

Die intensive Auseinandersetzung mit Massentierhaltung und dem Leid der Tiere in Schlachthöfen führte zu der Entscheidung, dass sie an diesem Leid keinen Anteil mehr haben wollte. Seither lebt Andrea Höhse vegan.

Nach dem Studium zog die frisch gebackene Tierärztin wieder zurück nach Schleswig-Holstein, wo sie fast zehn Jahre lang in der Nähe von Elmshorn in einer Pferdeklinik als Tierärztin arbeitete. Hier musste sie erfahren, dass nicht nur in der industriellen Massenhaltung Tiere leiden. Auch viele Pferde werden nicht ihrer Art entsprechend gehalten und leiden unter den Haltungsbedingungen. Außerdem müssen viele Pferde schon in jungen Jahren aufgrund von akuten und chronischen Erkrankungen eingeschläfert werden, die durch die nicht pferdegerechte Haltung verursacht werden.

Pferdezucht ist in der Regel ein reines Geschäft.

Pferdezucht ist in der Regel ein reines Geschäft.

Ein junges Pferd, das nicht die richtigen Rassemerkmale mitbringt oder sich nicht zum gewünschten Preis verkaufen lässt, landet nicht selten beim Metzger – in der Haflingerzucht enden 80 bis 90 Prozent der Fohlen »in der Wurst«. Hinzu kommt: Viele Pferde entwickeln aufgrund der nicht pferdegerechten Behandlung durch ihre Reiter Verhaltungsstörungen, so dass sie als aggressiv oder gefährlich gelten - was oft das Todesurteil bedeutet. · Bilder: Freiheit für Tiere

Bild: Freiheit für Tiere

Bild: Freiheit für Tiere

»Im Rahmen meiner tierärztlichen Tätigkeit in einer Pferdeklinik ist mir immer bewusster geworden, wie sehr die heutige Pferdehaltung und -nutzung von dem abweicht, was den natürlichen Bedürfnissen dieser wunderschönen Tiere entspricht und dass daraus folgend so viele der physischen und auch psychischen Krankheiten entstehen, die ich immer wieder und wieder behandeln musste«, erklärt Andrea Höhse. »Ich habe jahrelang versucht, im Rahmen meiner Arbeit etwas zu verändern, habe versucht, den Menschen bewusster zu machen, was Pferde wirklich brauchen, aber ich hatte das Gefühl, die Menschen nicht wirklich zu erreichen. Weiterhin Teil dieses Systems zu sein, war dann irgendwann keine tragbare Option mehr für mich und so habe ich mich aus dem tierärztlichen Beruf zurückgezogen.«

Andrea Höhse hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebensumstände sowohl für die Pferde als auch für die Nutztiere zu verbessern und die Menschen auf die Missstände aufmerksam zu machen, die mit der Haltung und Nutzung dieser Tiere einhergehen. Aus diesem Grund hat sie ein Buch geschrieben. Der Titel: »Pferden Freiheit schenken«.

»Ich habe in dem Buch viele meiner Erfahrungen und Erlebnisse niedergeschrieben und hoffe sehr, dass meine Worte so viele Menschen wie möglich erreichen werden«, sagt Andrea Höhse. »Es geht mir darum, eine größere Bewusstheit zu erschaffen für das Leid aller vom Menschen genutzten Tiere und einen Impuls zu geben, etwas daran zu verändern.«

Durch die Schilderung ihrer Erfahrungen als Tierärztin und Pferdewirtin wird deutlich, in welchem Ausmaß die Pferde darunter leiden, in einer Umwelt leben zu müssen, die ihren ursprünglichen biologischen Anlagen nicht annähernd entspricht. In diesem sehr persönlichen Buch geht es aber nicht allein um Pferde. Andrea Höhse berichtet ausführlich über ihre Erfahrungen mit dem Leid der Tiere in der industriellen Massentierhaltung und in Schlachthöfen und ihrem Weg zur veganen Lebensweise.

Andrea Höhse berichtet in ihrem Buch von ihrem Schlachthofpraktikum während ihres Studiums der Veterinärmedizin.

Während ihres dreiwöchigen Praktikums in einem Schlachthof stand die angehende Tierärztin viele Stunden am Förderband und musste die Organe der getöteten und zerschnittenen Schweine begutachten: »Fast jede Lunge eines jeden geschlachteten Schweins, die an mir vorbeikam, wies deutliche Spuren von mehr oder weniger hochgradigen Lungenentzündungen auf«, berichtet sie. »Ich konnte ihr vorausgehendes Leid nur erahnen, welches sie in ihrem kurzen Dasein unter den unwürdigen Bedingungen in der industriellen Massentierhaltung erdulden mussten.«

Während des Studiums wurden die Studierenden auch in Massentierhaltungen geführt. »Ich weiß noch genau, dass mir damals beim Betreten der Ferkelproduktionsanlage der entsetzlich beißende, bestialische Gestank nach Ammoniak und Fäkalien die Tränen in die Augen trieb und ich kaum wagte, tief durchzuatmen. ... Während wir die Anlage durchliefen, sah ich überall Schweine, die eingepfercht waren auf kleinstem Raum. ... Wie kann es sein, dass diese kleinen Geschöpfe nicht als fühlende Lebewesen wahrgenommen werden?«

... als wäre mir das Schlachtermesser in mein eigenes Herz gestochen worden

Während des Studiums gab es diesen einen Augenblick, der in ihrem Leben so vieles verändert hat und der ihr bisheriges Weltbild in Bezug auf den Fleischkonsum und die Nutzung von Tieren um 180 Grad gedreht hat. Andrea Höhse sollte an einem schönen Frühlingstag mit einigen Kommilitonen einige Fleischproben für ein paar Tests an der Uni nehmen. Inmitten einer wunderschönen Landschaft mit blühenden Rapsfeldern und grünen Bäumen stand der Schlachthof, seltsam surreal. »Vor einem der Gebäude drängten sich hunderte von süßen, wolligen Schafen, eigentlich noch fast Lämmer, und ihr verzweifeltes Blöken transportierte ihre Angst über diese Situation nur zu deutlich nach draußen. Ein Schaf nach dem anderen wurde von dem gewaltigen Gebäude scheinbar verschluckt, keines von ihnen würde es je wieder lebend verlassen. ... Ich trat gemeinsam mit unserer Betreuerin vom Institut für Fleischhygiene und den anderen Studenten durch die massive, stählerne Eingangstür und stand dann in der großen Schlachthalle, wo mir ein bizarres Bild von toten Schafkörpern und unterschiedlichen Graden der Zerlegung dargeboten wurde, die an Fleischerhaken aufgespießt quer durch die riesige Halle transportiert wurden.«

Im eigentlichen Schlachtbereich blieb Andreas Blick an den sanften, schwarzen Augen der Schafe hängen: »Es erschien mir so, als würden mich die Schafe ängstlich fragen, was nun mit ihnen passieren würde. Vollkommen unvermittelt fühlte ich einen heftigen Schmerz tief in meiner Brust, als wäre mir das große Schlachtermesser direkt in mein eigenes Herz gestochen worden. Mir stockte der Atem und ein fürchterlich beklemmendes Gefühl breitete sich rasend schnell in meinem Inneren aus.« Der Studentin wurde zum ersten Mal im Leben wirklich bewusst, dass Fleisch essen bedeutet, lebendige Tiere zu töten. Die Bilder aus dem Schlachthof brannten sich in Andreas Gedächtnis ein: »Die vielen Schafe, die dort direkt vor mir standen, waren real. ... Ich wollte nicht, dass sich all diese schönen Augen, die mich weiterhin so intensiv anblickten, im nächsten Moment für immer schließen würden. Doch es passierte und ich vermochte nichts dagegen zu unternehmen, die Maschinerie der Fleischproduktion lief einfach weiter und weiter. Strom floss durch die zarten Körper, wenn die Elektrozange sich um ihre Köpfe schloss und so ihre Sinne betäubte. Sie sanken bewusstlos nieder. Mit einer Kette um den Fuß wurde der leblose Leib hochgezogen und eine scharfe Klinge durchtrennte anschließend die Kehle eines jeden Tieres von links nach rechts mit einem langen und tiefen Schnitt durch das lebende Gewebe. Es floss warmes, rotes Blut aus ihren Körpern, sehr viel Blut, und mit diesem Blut rann auch ihr Leben langsam und stetig aus ihren hinaus. Ein Schaf nach dem anderen folgte seinen Gefährten und dieser Vorgang würde sich immer weiter wiederholen.«

Andrea Höhse hatte ihr ganzes bisheriges Leben Tiere gegessen und war dabei immer davon ausgegangen, dass dies völlig normal wäre: »Fleisch war für mich ein Lebensmittel und ich hatte diese Art zu denken bis dahin auch nie angezweifelt.« Doch im Schlachthof konnte sie in dem Moment wahrnehmen, dass es sich nicht um ein anonymes Stück Fleisch handelte, sondern sie konnte das Tier dahinter sehen: »Ich nahm das Tier wahr, das nur gehalten und getötet worden war, damit es auf meinem Teller liegen würde.«

Erfahrungen als Tierärztin in der Pferdeklinik

Andrea mit ihrer Stute Cara

Andrea mit ihrer Stute Cara

Andrea Höhse wollte Tierärztin werden, weil sie Pferden helfen und beruflich den ganzen Tag mit ihnen verbringen wollte. »Ich verspürte große Lust dazu, mich den spannenden Herausforderungen zu stellen, welche die Medizin an sich und die Behandlung von Pferden mit sich bringen würden. Pferden auf diese Weise helfen zu können, war für mich Grund genug, mich fast sechs Jahre durch das anspruchsvolle Studium zu kämpfen.« Nach dem Studium begann sie ihre Arbeit in einer Pferdeklinik.

Im Laufe der Zeit erkannte sie, dass viele Pferde alles andere als pferdegerecht gehalten werden. » Jedes Mal, wenn ich als Tierärztin zu einem Patienten gefahren bin und einen der vielen Reitställe unseres Kundengebietes betreten musste, breitete sich eine immer stärker werdende, fast erdrückende Enge und Beklommenheit über die Zustände der dortigen Pferdehaltung in mir aus. Ich sah nur Gitterstäbe in endloser Reihe, die sanfte Pferdenasen ummanteln.«

Das war nicht immer so gewesen: »Früher betrat ich eine Stallgasse und fühlte Freude und Geborgenheit dabei. Ich sah die Pferde in ihren sauberen, mit goldenem Stroh gefüllten Boxen, hörte die leise mahlenden Kaubewegungen der Pferde und meine Welt war in Ordnung.«

Heute blickt sie mit anderen Augen auf Pferdeställe. Nicht nur, dass ihr die Pferde in den langen Reihen kleiner Boxen mit Gitterstäben links und rechts wie in einem Gefängnis vorkommen. Ihre Erfahrungen als Tierärztin und Pferdewirtin zeigten Andrea Höhse auch, dass diese Haltung Pferde körperlich und seelisch krank macht: »Rationierte Fütterung, Bewegungsmangel und Isolation sind hier für alle Normalität, genauso wie Koliken, Magengeschwüre und Sehnenschäden, die so häufig aus dieser Art der Haltung resultieren. Wir können nicht ein Flucht- und Herdentier wie das Pferd einsperren, seine Bewegung kontrollieren und ihm sein Futter nach unseren Vorstellungen zuteilen, ohne die erheblichen Auswirkungen auf das Wohlbefinden des Pferdes in Kauf zu nehmen.«

Einzelhaft in der Box macht Pferde krank.

Einzelhaft in der Box macht Pferde krank.

Warum Pferde Freiheit brauchen

Andrea Höhse erklärt, was Pferde für ein gesundes und ihrer Art gerechtes Leben brauchen: »Pferde sollten sich mindestens 16 Stunden am Tag langsam fressend fortbewegen, dabei strukturreiches Raufutter aufnehmen und das in möglichst vielfältiger Zusammensetzung aus unterschiedlichen Gräsern und ein gewisser Anteil verschiedenster saisonaler Kräuter als Grundlage für eine naturnahe Ernährung. Die Pferde sollten genügend Platz zur Verfügung haben, um ihren Bewegungsbedarf ausreichend decken zu können und das im Rahmen eines stabilen Herdenverbandes, in dem sie sich permanent aufhalten können.«

Die Tierärztin sagt, sie wisse, dass man eine solche Haltung schwer finde bzw. kaum realisieren könne, aber das sei es nun mal, was die Pferde bräuchten. »Das ist von der Natur her so vorgegeben«, erklärt sie. »Sie sind damit bestens an ihren natürlichen Lebensraum angepasst worden, und nun versuchen wir Menschen, die Pferde in unsere Welt hineinzupressen.« Doch die Art, wie wir Pferde halten, hat Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit der Pferde. »Ich habe so viele Pferde mit Kolik behandeln müssen. In den meisten Fällen konnte ich die Schmerzen schnell mit einer krampflösenden Spritze auflösen, viel zu häufig aber war eine Operation oder sogar eine Euthanasie nötig, weil der Darm sich zu stark verdreht hatte, abzusterben drohte oder sogar schon abgestorben war. Ich habe nicht mitgezählt, wie viele Pferde ich wegen einer so schlimmen Kolik einschläfern musste, aber es müssen Hunderte gewesen sein.«

Viele Pferde werden auch psychisch krank, was sich in Verhaltensstörungen wie Koppen, Weben, Lippenklappern, Zungenstrecken, Gitterstäbe wetzen, Boxentüren beißen und exzessivem Scharren zeigt. Andrea Höhse hat dies bei ihrer Arbeit als Tierärztin regelmäßig beobachten müssen: »Um zu meinen Patienten zu gelangen, musste ich mir immer wieder meinen Weg durch diverse Stallgassen bahnen und sah dort viel zu häufig stark verhaltensgestörte Pferde stehen, die ihren Körper im webenden Rhythmus monoton immer wieder hin und her bewegten.«

Zusätzlich zur nicht pferdegerechten Haltung musste die Tierärztin bei den Pferden immer wieder körperliche Leiden und Schäden an Muskulatur, Gelenken und Knochen feststellen sowie psychischen Stress und Verhaltensstörungen aufgrund der Nutzung in den Reitställen. Oft beginne die Gewalteinwirkung der Reiter bereits beim Putzen (Anbinden mit Ketten) und Satteln. In ihrem Buch berichtet Andrea Höhse ausführlich und anschaulich von ihren Erfahrungen während der 10 Jahre in einer Pferdeklinik. »Es ist mir ein außerordentlich großes Bedürfnis und wahres Herzensanliegen, so vielen Pferdemenschen wie möglich zu verdeutlichen, welche zahlreichen negativen Auswirkungen für die Pferde entstehen, wenn sie auf diese Art von Menschen genutzt werden.«

All das offensichtliche und auch das weniger offensichtliche (menschengemachte) Leid der Pferde, das sie bei ihrer Arbeit als Tierärztin erlebte, führte Andrea Höhse schließlich zu der Entscheidung, ihre tierärztliche Tätigkeit aufzugeben.

Bild oben: Andrea Höhse mit ihrem Pferd Balu.
Dass die von einer völlig natürlichen Haltungsform abweichenden Kompromisse ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Pferde darstellen, musste die Tierärztin auch bei ihrem eigenen Pferd schmerzlich erfahren. Balu war in einem Pensionsstall mit großer Naturwiese untergestellt. Trotzdem bekam er aus heiterem Himmel eine so schwere Kolik, dass er operiert werden musste. Zum Glück überlebte Balu, aber Andrea suchte danach monatelang nach einem passenderen Offenstall für ihn. Doch ein halbes Jahr später lahmte Balu. Die Sehnen und das umliegende Gewebe im Fesselbereich beider Hinterbeine waren stark geschädigt. Die Schmerzen hinderten Balu an einem normalen Leben im Herdenverband und er zeigte immer weniger Lebensfreude. Weitere Behandlungsmöglichkeiten waren wenig erfolgsversprechend und aufgrund seines hochsensiblen und ängstlichen Wesens auch nicht ohne erheblichen Stress für ihn durchführbar. »Das eigene Pferd so leiden zu sehen, tat weh«, erzählte Andrea. Schließlich traf sie die Entscheidung, Balu einzuschläfern, um ihm weiteres Leid zu ersparen. Durch die Erlebnisse mit ihren beiden Pferden und den Abschied von ihnen sei ihr noch klarer geworden, dass es ihre Aufgabe im Leben ist, sich für einen friedvollen Umgang und eine naturnahe Haltung für Pferde einzusetzen.

Freiheit für Pferde

In ihrem Buch beschreibt Andrea Höhse auf sehr ehrliche und emotionale Weise auch den Weg mit ihren eigenen Pferden Balu und Cara: Haben wir das Recht, Pferde zu unserem Vergnügen zu benutzen? Und was meint sie mit dem Titel »Pferden Freiheit schenken«? »Freiheit ist ein unglaublich machtvolles Wort. Ein Wort, das tiefe Sehnsüchte in uns allen weckt und eine unbändige Kraft in sich birgt. ... Für mich selbst bedeutet Freiheit vor allem auch, ein selbst bestimmtes Leben führen zu können. Frei zu sein heißt, eine Wahl zu haben. Wer möchte ich sein, wo möchte ich leben, was möchte ich tun und mit wem möchte ich meine Zeit verbringen. Und genau das ist es auch, was ich mir für Pferde wünsche.«

Nun formte sich in Andrea eine Vision: die Kombination einer veganen Frühstückspension mit einer naturnahen Pferdehaltung. Doch auch hier würde es Zäune geben... Andrea kamen Zweifel. »Ich habe mich in diesem Augenblick gefragt, ob überhaupt irgendwo eine Haltung von Pferden für mich ausreichend sein würde.« Denn eigentlich wünschte sie sich, dass es keine Zäune gäbe und dass die Pferde frei wären. Würde sie ihren Traum wieder loslassen müssen?

Bei einem Spaziergang entdeckte Andrea eine Herde von zehn Pferden auf einer Koppel inmitten einer schönen Landschaft: »Zwei stabile Unterstände, zwei Heuraufen, ansonsten nur Wiese, weiter Blick und frische Luft für die Pferde.« Andrea stellte sich an den Zaun und immer mehr Pferde kamen neugierig zu ihr. »Mir wurde in diesem Moment bewusst, wie sehr ich mich in meinem eigenen Perfektionismus verrannt hatte, dass es eine perfekte Haltungsform nicht geben kann, denn nichts auf dieser Welt ist perfekt«, schreibt sie. »Immer, wenn ich bei meinen Spaziergängen in dieser Zeit Pferde draußen in einer Offenstallhaltung stehen sah, ging mein Augenmerk nur darauf, was dort meiner Ansicht nach nicht gut genug ist.«

Aber nun begann sie zu begreifen, dass sie sich doch einfach mal darüber freuen könnte, die Pferde dort stehen zu sehen. »Denn viel zu viele Pferde stehen weiterhin allein in ihren engen Boxen und dieser Haltungsform gilt meine eigentliche Kritik. Diesen Pferden sollte ich meine Aufmerksamkeit zuwenden, denn dort findet hinter den verschlossenen Stalltüren wirkliches Leiden statt, dass ich immer wieder mit eigenen Augen angesehen und wahrgenommen hatte.«

Bei Andreas Freundin Silke Nordfjäll in Schweden

Bei Andreas Freundin Silke Nordfjäll in Schweden

leben die Pferde in einem riesigen Areal mit Naturwiesen und Wald. · Bilder: Andrea Höhse

Das Buch

In ihrem Buch »Pferden Freiheit schenken« berichtet Andrea Höhse von ihren Erlebnissen mit dem Ziel, sowohl auf die Missstände in der Massentierhaltung und in Schlachthöfen aufmerksam zu machen, als auch auf Missstände in der Haltung und Nutzung von Pferden.

Andrea Höhse: Pferden Freiheit schenken
Paperback, 188 Seiten
Tredition, 2021 ISBN 978-3-347-41728-1
Preis: 9,99 Euro

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

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Artikelnummer: 1/2026

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

jesus-tempelreinigung Ausschnitt

Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter