So helfe ich Tieren über den Winter

Ein Paradies für Vögel, Igel, Eichhörnchen & Co. im eigenen Garten

Stieglitze ernähren sich vor allem von Samen

Stieglitze ernähren sich vor allem von Samen

zahlreicher Stauden, Gräser und Bäume, aber auch Beeren wie Hagebutten stehen auf ihrem Speiseplan. Ein naturnaher Garten mit heimischen Bäumen und Hecken und vor allem Samen und Fruchtständen von Wildblumenstauden und Kräutern wie Beifuß, Flockenblumen, Kornblume, Melde, Disteln und Karden ist für ihn und viele andere Vögel ein kleines Winterparadies. · Bild: sindlera · Shutterstock.com

Von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Der Herbst mit Äpfeln, Birnen, Brom- und Aroniabeeren, Nüssen und reifen Sonnenblumen ist vorbei. Die Erntezeit bot Nahrung in Hülle und Fülle. Nun steht der Winter vor der Tür - und für die Tiere beginnt eine harte Zeit mit Kälte, Nässe, vielleicht auch Eis und Schnee. Und vor allem: Die Nahrungssuche wird immer schwieriger. Auch die Suche nach einem wettergeschützten Winterquartier ist nicht immer einfach. Wer über die Lebensweise der Tiere in der kalten Jahreszeit weiß, kann viel gezielter helfen.

In ihrem Buch »Igel sucht Unterschlupf« erklärt die Biologin und Naturpädagogin Claudia Rösen die Überlebensstrategien der Tiere und zeigt, wie jeder ein Winterparadies für Tiere im eigenen Garten schaffen kann: Vögel finden Nahrung am Futterhaus, in fruchttragenden Gehölzen und an Wildblumenstauden, Eichhörnchen knacken Nüsse vom Baum oder aus dem Eichhörnchenkasten, im Laubhaufen halten Igel Winterschlaf, in Baumhöhlen schlafen Fledermäuse, in Stauden überwintern Hummel- und Bienenlarven.

Weil es immer weniger alte Laub- und Mischwälder

Weil es immer weniger alte Laub- und Mischwälder

gibt, sind auch Eichhörnchen zunehmend auf menschliche Hilfe angewiesen. Dass Eichhörnchen nicht mehr genügend natürliches Futter finden und in strengen Wintern vom Hungertod bedroht sind, ist vielen Tierfreunden und Gartenbesitzern bisher gar nicht bewusst. Eine Hilfe für die kleinen Kletterkünstler sind Eichhörnchen-Futterkästen, die mit Walnüssen, Haselnüssen, Zedernüsschen, Kürbiskernen oder Sonnenblumenkernen gefüllt werden. · Bild: Nata Naumovec · Shutterstock.com

Überlebensstrategien der Tiere im Winter

In unseren Gärten und in der Umgebung unserer Häuser, in Parks, Wiesen, an Gewässern und in Wäldern leben viele Tiere. Wenn es draußen kälter und die Tage immer kürzer werden, wird für die Tiere die Nahrung knapp und die niedrigen Temperaturen kosten den Körper wertvolle Energie. Doch mit verschiedensten Strategien haben sie sich an das Überleben in der entbehrungsreichen Winterzeit angepasst. Je naturnäher ein Garten ist, je mehr verschiedene Kleinstbiotope er enthält, umso mehr Tiere finden hier auch im Winter Nahrung und Unterschlupf. Und für uns gibt es viele faszinierende Beobachtungen und Entdeckungen.

Manche Tiere wie Igel, Fledermäuse und Siebenschläfer futtern sich im Herbst ein Fettpolster an, verschlafen den Winter und wachen erst im Frühjahr wieder auf, wenn die Sonne wieder Wärme schenkt und die Natur erwacht. Während des Winterschlafs sind alle Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert, Atmung und Herzschlag extrem verlangsamt und die Körpertemperatur fällt auf etwa acht Grad. Für diese Tiere ist es wichtig, dass sie sich im Herbst genug Energiereserven anfuttern können, ein sicheres Winterversteck finden und nach dem Aufwachen im Frühjahr schnell wieder Nahrung. Fledermäuse zum Beispiel verlieren während des Winterschlafs und durch das langsame Hochfahren des Stoffwechsels beim Aufwachen bis zu 30 Prozent ihres Gewichts.

Andere Tiere wie Eichhörnchen oder Dachse halten Winterruhe: Sie schlafen im geschützten Kobel oder in ihrem Bau, wachen aber immer wieder für kurze Zeit auf, um von ihren im Herbst gesammelten Vorräten zu essen oder einen kurzen Beutezug zu unternehmen. Das Eichhörnchen versteckt im Herbst fleißig Nüsse und Früchte.

Wenn die Temperaturen sinken, fallen Lurche, Kriechtiere und Insekten in Winterstarre. Auch für diese Tiere ist ein sicherer Unterschlupf für die kalte Zeit überlebensnotwendig, der vor zu kalten Temperaturen schützt. Insekten verstecken sich in engen Ritzen oder Holz. Kröten, einige Schmetterlinge wie der Kleine Fuchs oder das Tagpfauenauge sowie Marienkäfer überwintern in Mauernischen, Kellern oder Dachböden. Marienkäfer haben eine ganz besondere Strategie entwickelt: Sie reichern ihre Körperflüssigkeiten mit Glycerin als natürlichem Frostschutzmittel an. Einige Frösche lagern als Frostschutz große Mengen Traubenzucker und Harnstoff im Blut ein. Viele Insekten und Schmetterlinge legen im Herbst ihre Eier in hohlen Blattstängeln oder Ritzen ab und sterben beim ersten Frost. Nur die Eier oder die Raupen überwintern.

Das Tagpfauenauge erwacht nach seinem Winterschlaf

Das Tagpfauenauge erwacht nach seinem Winterschlaf

Bild: Natalia Starova · Shutterstock.com

Während Zugvögel - und übrigens auch einige Schmetterlinge wie der schöne Admiral - sich im Herbst auf die lange Reise in den Süden aufmachen, um den Winter in wärmeren Gebieten zu verbringen, bleiben viele Vögel wie Meisen, Spatzen, Stieglitze, Grünfinken oder Buntspechte den Winter über bei uns. Sie müssen dann genügsam mit dem auskommen, was die karge Winterlandschaft an Nahrung noch bietet: Samen, Beeren, Früchte und Knospen. Gibt es Gärten und Parks mit genügend Samen, Früchten und Hecken mit Hagebutten und anderen Winterbeeren und gibt es vogelfreundliche Menschen, die ein stets gut gefülltes Futterhaus anbieten, lässt sich der Winter auch bei uns gut überstehen.

»Sie können viel tun, damit unsere Wildtiere genügend Nahrung finden und sich in ihrem Zuhause inklusive warmer Winterbehausung wohl fühlen«, so Claudia Rösen. »Es ist oft nicht schwierig und muss nicht viel Arbeit machen, unseren Tieren den kalten Winter ein wenig zu erleichtern.« In ihrem Buch stellt sie dazu viele Ideen und Tipps bereit - und die Freude am Helfen und Beobachten ist garantiert!

Rotkehlchen am Meisenknödelspender

Rotkehlchen am Meisenknödelspender

Bild: Martin Hibberd - Shutterstock.co,

Im eigenen Garten ein Paradies für Tiere schaffen

Durch die Gestaltung unseres Gartens können wir Tiere willkommen heißen und ein kleines Paradies für Mensch und Natur schaffen. »Etwas für die Tiere im Garten zu tun und sie zu schützen, macht vor allem Freude«, so Claudia Rösen. »Viele Tiere lassen sich gut beobachten und wir können sie hautnah kennenlernen. Manche dürfen wir sogar etwas länger in unserer Nähe begleiten. Die Gedanken darüber, was Tiere für ihr Leben brauchen, macht uns sensibler für die Bedürfnisse unserer Mitlebewesen.« Dies gilt besonders für die schwierige Winterzeit, in der wir für verschiedene Tierarten bei uns ein geschütztes Winterquartier und Nahrung anbieten können.

Wenn die Tiere sich im naturnahen Garten den nötigen Winterspeck angefuttert oder hier und da Vorratsverstecke angelegt haben, wenn Nischen und Höhlen als Behausung gefunden und die Igel sich in einem Laubhaufen ein Nest für den Winterschlaf gebaut haben, kann der Winter kommen.

»Verschiedene Maßnahmen für einen wildtierfreundlichen Garten nützen oft nicht nur einer Art, sondern mehreren gleichzeitig«, erklärt die Biologin. Idealerweise setzt sich ein wildtierfreundlicher Naturgarten aus vielfältigen Kleinstbiotopen zusammen: Aus heimischen Obstbäumen und fruchttragenden Sträuchern, Stauden und Kräutern, Wildblumenwiese, Ast- und Laubhaufen, Steinhaufen und Legesteinmauern, Holzstapeln sowie Nistkästen, Insektenhotel und Vogelhäusern.

Ein Laubhaufen im Garten

Ein Laubhaufen im Garten

ist ein ideales Winterquartier für Igel. Das Winternest besteht aus sorgfältig gebauten Strukturen. In der Mitte des Laubhaufens formt der Igel einen Hohlraum mit einem Durchmesser von bis zu 60 Zentimetern. Viele Nester werden mit weichem Material wie Moos oder Gras ausgepolstert. Bild: I. Rottlaender · Shutterstock.com

Wildblumenwiese

Heimische Wildblumenmischungen statt monotonem Rasen verwandeln den Garten in ein blühendes Farbenmeer und bieten Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Vögeln Nahrung.

Wildblumen, Kräuter und Stauden

Wildblumen, Kräuter und Stauden

bieten Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Vögeln das ganze Jahr über Nahrung und Lebensraum - und sind für uns eine Augenweide! · Bild: Freiheit für Tiere

Im Sommer ein Blütenmeer...

Im Sommer ein Blütenmeer...

Bild: Freiheit für Tiere

Lassen Sie Wildblumenwiesen und Stauden im Winter stehen und mähen Sie erst im zeitigen Frühjahr: Viele Insekten und ihre Larven finden in den Stängeln und Blütenresten von Stauden und Gräsern ein Winterquartier. Die Samen und Fruchtstände von Sonnenblumen und von Wildblumen und Kräutern wie Beifuß, Flockenblumen, Kornblume, Melde, Disteln und Karden sind im Winter eine willkommene fett- und eiweißreiche Nahrungsquelle für die verschiedensten Vogelarten. An den verblühten Stauden kann man immer wieder Körnerfresser wie Stieglitze, Finken, Meisen und Zeisige beobachten, wie sie Samen picken. Außerdem sind die darin überwinternden Insektenlarven ein Leckerbissen für viele Vögel. Weichfresser wie Rotkehlchen oder Zaunkönig finden dort die für sie zum Überwintern notwendige Insektennahrung, die auch das beste Fertigfutter nicht ersetzen kann.

Das Füttern am Futterhaus mit Vogelfutter ist eine wichtige Hilfe für Vögel das ganze Jahr über und vor allem im Winter, unterstützt aber nur wenige Vogelarten wie Sperlinge, Meisen, Amseln. Über 90 Prozent der heimischen Brutvogelarten, vor allem die seltenen und bedrohten Arten, kommen gar nicht ans Futterhäuschen. Ein breites Nahrungsangebot im Garten mit Wildblumen, Stauden, fruchttragenden heimischen Sträuchern, Hecken und Obstbäumen unterstützt auch seltenere Wildvögel.

Wer keinen Garten hat, kann in Balkonkästen oder Kübeln auf der Terrasse Wildblumen und Kräuter pflanzen, die Insekten und Vögeln Nahrung bieten.

... in Herbst und Winter bieten die Samen

... in Herbst und Winter bieten die Samen

der Wildstauden Nahrung für unsere Vögel und die Stängel ein Überwinterungsquartier für Insekten. · Bild: Freiheit für Tiere

Die Samen von Wildblumenstauden und Kräutern

Die Samen von Wildblumenstauden und Kräutern

wie Beifuß, Flockenblumen, Melden oder Disteln sind im Winter eine wertvolle Nahrungsquelle für Körnerfresser wie Finken und Meisen. Hier pickt eine Kohlmeise die Samen einer Karde. Wichtig: Lassen Sie Wildblumenwiesen und Stauden im Winter für die Tiere stehen und mähen Sie erst im zeitigen Frühjahr. · Bild: Andrew Astbury - Shutterstock.com

Insekten und ihre Larven überwintern in Stängeln

Insekten und ihre Larven überwintern in Stängeln

und Samenständen von Stauden und Wildblumen. · Bild: Nata Naumovec Shutterstock.com

Bäume und Sträucher

Heimische Bäume, Sträucher und Hecken bieten einer großen Vielfalt von Tieren Nahrung und Lebensraum. Fruchttragende Gehölze wie Holunder, Brombeeren, Hagebutte, Schlehe, Eberesche, Weißdorn, Vogelbeere oder Haselnuss liefern Vögeln, kleinen Säugetieren und Insekten Nahrung und Unterschlupf. Lassen Sie auch in Obstbäumen einige Äpfel und Birnen für Vögel und Eichhörnchen hängen.

Wichtig ist, Sträucher - ebenso wie Wildblumen und Stauden - nicht schon im Herbst, sondern erst gegen Ende des Winters zu schneiden - spätestens aber bis Mitte März, damit Vögel wie Grünfink und Klappergrasmücke ungestört brüten können.

In diesem großen Wildrosenstrauch

In diesem großen Wildrosenstrauch

lebt eine Spatzenkolonie das ganze Jahr über. · Bild: Freiheit für Tiere

Hier finden die Vögel Nahrung, Brutplätze

Hier finden die Vögel Nahrung, Brutplätze

und ein geschütztes Winterquartier. Wichtig: Die Vogeltränke, die ihnen auch als Badestelle dient, steht direkt daneben. · Bild: Freiheit für Tiere

Laub- und Asthaufen, morsches Holz und Obstbäume

Im morschen Holz von Ästen, hohlem Baumholz oder Baumstümpfen, Ast- und Laubhaufen wimmelt es nur so von Lebewesen. Viele Insekten wie Wildbienen oder verschiedene Käfer können überwintern. Alte Obstbäume mit Baumhöhlen bieten auch Vögeln und Fledermäusen Unterschlupf.

Statt Totholz und Laub zu entfernen, schichten Sie es über den Winter zu Haufen auf oder schieben es einfach unter Sträucher. So können sich Insekten ansiedeln, die wiederum wichtige Nahrung für viele Vogelarten sind. Laub- und Reisighaufen sind außerdem ideale Winterschlafplätze für Igel.

Wenn Holzstapel wind- und regengeschützt an einer Hauswand aufgeschichtet werden, finden dort Eidechsen, Schmetterlinge und eventuell sogar Fledermäuse im Winter ein Rückzugsplätzchen.

Alte Obstbäume bieten Überwinterungsplätze

Alte Obstbäume bieten Überwinterungsplätze

für eine Vielzahl von Insekten, für Vögel und vielleicht sogar Fledermäuse.

Steinhaufen und Legesteinmauern

Steinhaufen und Legesteinmauern sind wertvolle Biotope: In Ritzen und Spalten siedeln sich seltene wärme- und trockenheitsliebende Pflanzen an, die wiederum selten gewordene Insekten anlocken. In Hohlräumen finden Eidechsen, Blindschleichen, Kröten und vielleicht sogar Schlangen Schutz in vielfältigen Verstecken und einen Platz zum Überwintern.

Schlangen sind in Deutschland selten geworden und stehen unter besonderem Schutz. Bei uns leben sieben Schlangenarten: Ringelnatter, Barren-Ringelnatter, Äskulapnatter, Schlingnatter, Würfelnatter, Kreuzotter und Aspisviper. Alle fünf der heimischen Natternarten sind ungiftig. Kreuzotter und Aspisviper sind Giftschlangen, Bisse sind aber selten und für Menschen nicht lebensbedrohlich. Zudem ergreifen Schlangen sofort die Flucht, wenn sie einen Menschen sehen oder der Boden durch Schritte vibriert.

Legesteinmauern und Steinbiotope

Legesteinmauern und Steinbiotope

sind nicht nur optisch eine Bereicherung für jeden Garten. · Bild: Freiheit für Tiere

In Hohlräumen finden Insekten wie Wildbienen

In Hohlräumen finden Insekten wie Wildbienen

und Hummeln, Reptilien wie Eidechsen und Blindschleichen sowie Kröten Schutz in vielfältigen Verstecken und einen Platz zum Überwintern. · Bild: Freiheit für Tiere

Nistkästen als Winterquartier

Hängen Sie Nistkästen im Garten auf! Vögel nutzen sie nicht nur zur Aufzucht ihrer Jungen, sondern auch als warmes Winterquartier. Aber auch Siebenschläfer, Schmetterlinge und Hummeln schätzen die geschützte Unterkunft. Fledermausherbergen und Insektenhotels sind eine sinnvolle weitere Unterstützung für Tiere im Garten.

Nistkästen:

Nistkästen:

Im Frühling und Sommer Kinderstube der Vögel, in Herbst und Winter ein warmes Quartier. · Bild: Freiheit für Tiere

Vogelfütterung

Ob Meise, Rotkehlchen, Gartenrotschwanz, Kiebitz oder Zaunkönig: In den letzten 25 Jahren ist die Zahl der Vögel als Folge des Insektensterbens europaweit deutlich zurückgegangen. Die Zahl der Feldvögel ist seit 1980 europaweit sogar um mehr als die Hälfte zurückgegangen - und zwar nicht nur die der insektenessenden, sondern auch die der körneressenden Vögel. Die Bestände von Rebhuhn und Kiebitz haben etwa seit 1992 um fast 90 Prozent abgenommen. Ähnlich dramatisch ist die Lage bei Uferschnepfe, Bekassine und Braunkehlchen. Auch die Turteltaube ist in weiten Teilen Deutschlands nicht mehr anzutreffen.

Wissenschaftler führen den besonders dramatischen Rückgang der Feldvögel auf das Insektensterben und die industrielle Landwirtschaft zurück: massenhafter Einsatz von Pestiziden, großflächige Monokulturen, Abholzung von Hecken, Umwandlung von Brachen, Wiesen und Weiden in Ackerfläche, immer weniger Ackerränder. Dazu kommt die immer weiter zunehmende Flächenversiegelung. So wird es für die Feldvögel immer schwerer, Nahrung und Brutplätze zu finden.

Hier kann jeder Einzelne etwas tun: Zum einen, indem er Produkte aus biologischer Landwirtschaft kauft, zum anderen, indem er den eigenen Garten naturnah gestaltet mit vielen Blühpflanzen und Wildblumen für Insekten sowie mit ganzjährigen Futterstellen für Vögel.

Von einer Fütterung am Vogelhaus profitieren vor allem die gut bekannten und häufigeren Arten, die allerdings auch seit Jahren in ihrer Zahl zurückgehen. Selbst ein »Allerweltsvogel« wie der Spatz ist seit einigen Jahren auf der Vorwarnliste der Roten Liste der gefährdeten Tiere zu finden: Seit 25 Jahren ist die Anzahl der Spatzen in Dörfern und Städten um 50 Prozent zurückgegangen.

Das Füttern am Vogelhaus hat einen weiteren Vorteil: »Wo kommen Sie sonst schon Ihren gefiederten Nachbarn so nahe und können etwas über ihre Verhaltensweisen lernen, als beim bunten Treiben am Vogelhaus?«, merkt Claudia Rösen an. Und: »Auch für Kinder ist das eine faszinierende Naturerfahrung der besten Art.« Denn: Nur was man kennt und liebt, schützt man auch!

Auf etwas Wichtiges weist die Biologin hin: Wenn wir uns einmal für die Vogelfütterung entschieden haben, verlassen sich die Vögel auf die Futterstellen. Es kostet viel Energie - gerade in der Kälte -, wenn sie bei ihren regelmäßigen Flügen leer ausgehen. Am besten, Sie kontrollieren einmal täglich zu einer bestimmten Tageszeit die Futterstellen, entsorgen alt gewordenes Futter und Kot und füllen nach Bedarf nach.

»Die meisten Vögel haben eine Vorliebe für bestimmtes Futter«, erklärt Claudia Rösen. »Oft genügt schon ein Blick auf den Schnabel, um zu erkennen, ob der kleine Flieger kräftig Körner und Samen knackt oder lieber weiche Rosinen, Insekten und Obst pickt.« Körneresser wie Finken, Spatzen, Zeisige und Goldammern lieben Samen von Getreide, Sonnenblumenkerne, Hanf- und Rapssamen. Rotkehlchen, Amseln und Zaunkönige mit ihren dünnen und spitzen Schnäbeln essen lieber Insekten und Früchte. An der Futterstelle können wir für sie Äpfel und Birnen, Rosinen oder auch in Öl getränkte Haferflocken anbieten. Bei Meisen, Kleibern und Spechten sind Fettfuttergemische wie Meisenknödel beliebt, die an Bäumen hängen. Deswegen ist es ideal, mehrere Futterstellen mit unterschiedlichem Futter zur Auswahl anzubieten.

»Gute Futterqualität ist ausschlaggebend für die Gesundheit der munteren Flieger«, so die Biologin. »Menschliche Speisereste sind tabu, denn Salz, Gewürze und falsche Fette belasten den kleinen Vogelkörper und führen zu Problemen. Auch Brot ist nicht empfehlenswert, denn es quillt im Magen der Vögel zu stark auf.« Billige Futtermischungen enthalten oft zu viele harte Getreidesorten, die fast gar nicht von den Vögeln gegessen werden. Bei Sonnenblumenkernen ist es wichtig, dass sie gut gereinigt sind. »Bei Meisenknödeln sollte man die "Druckprobe" machen. Fühlen sie sich sehr hart an, ist zu viel Futterkalk enthalten und die Vögel können das Futter kaum aufpicken.« Generell gilt: Wir sollten nur das füttern, was wir uns selbst auch ins Müsli mischen würden.

Stieglitz am Futterautomaten.

Stieglitz am Futterautomaten.

Ob Meise, Rotkehlchen, Gartenrotschwanz, Kiebitz oder Zaunkönig: In den letzten 25 Jahren ist die Zahl der Vögel als Folge des Insektensterbens europaweit deutlich zurückgegangen. Das Füttern mit Vogelfutter ist eine wichtige Hilfe für Vögel das ganze Jahr über und vor allem im Winter. · Bild: bearacreative - Shutterstock.com

Futterstellen für Eichhörnchen

Weil es immer weniger alte Laub- und Mischwälder gibt, sind auch Eichhörnchen zunehmend auf menschliche Hilfe angewiesen. Dass Eichhörnchen nicht mehr genügend natürliches Futter finden und in strengen Wintern vom Hungertod bedroht sind, ist vielen Tierfreunden und Gartenbesitzern oft gar nicht bewusst. Eine Hilfe für die kleinen Kletterkünstler sind Eichhörnchen-Futterkästen, die mit Walnüssen, Haselnüssen, Kürbiskernen oder Sonnenblumenkernen gefüllt werden.

Eichhörnchen-Futterkästen

Eichhörnchen-Futterkästen

können mit Walnüssen, Haselnüssen, Kürbiskernen oder Sonnenblumenkernen gefüllt werden. · Bild: UschiDaschi - Shutterstock.com

Wasserstellen

So wie wir nicht nur essen, sondern auch regelmäßig trinken müssen und uns außerdem waschen und duschen, benötigen alle Tiere in unserem Garten Wasserstellen: zum Trinken, zum Baden und zum Bau von Nestern. Das Wasser sollte immer frisch sein, also am besten täglich gewechselt werden.

Für Vögel stellen wir Vogeltränken am besten auf einen Ständer, idealerweise in die Nähe von Bäumen oder Sträuchern, aber doch mit freiem Sichtfeld. Um ein ausgiebiges Bad genießen zu können, müssen Vögel sich sicher fühlen.

Sträucher oder Bäume sind ein guter Zufluchtsort, sollten sie doch einmal aufgeschreckt werden. Mit nassen Federn können Vögel nämlich nicht so gut fliegen. Auch zum Putzen und Trocknen ist ein Platz in einem nahegelegenen Baum sehr nützlich.

Vogeltränken werden das ganze Jahr

Vogeltränken werden das ganze Jahr

über aufgesucht, auch von Vögeln, die sonst keinen Gebrauch von Futterstellen machen. Das Wasser ist nicht nur wichtig, um genügend Feuchtigkeit aufzunehmen, sondern auch, um das Federkleid zu reinigen. Wechseln Sie das Wasser daher täglich! · Bild: Nitr Shutterstock.com

Auch Bienen, Hummeln und andere Insekten stillen ihren Durst an Vogeltränken. Damit sie nicht darin ertrinken, sollten wir kleine Steine, Holz oder andere pflanzliche Materialien in die Tränke legen, auf denen die Insekten sicher landen können.

Für Igel und andere Kleintiere stellen wir eine flache Schüssel mit frischem Wasser auf den Boden. Teiche und größere Wasserstellen sollten unbedingt eine Ausstiegsmöglichkeit haben, damit die Tiere nicht ertrinken. Hilfreich sind Steine oder ein Brett, das ins Wasser reicht, außerdem eine flache Böschung.

Igel und Insekten verschlafen den Winter, aber unsere Vögel benötigen auch im Winter täglich frisches Wasser!

Nicht nur Vögel, auch Insekten und Igel

Nicht nur Vögel, auch Insekten und Igel

sind auf Wasserstellen angewiesen. Denken Sie daher auch an Wasserstellen am Boden. · Bild: Bild: MZPHOTO.CZ · Shutterstock.com

Der Natur etwas zurückgeben

»Wir Menschen sind auf eine intakte Natur angewiesen«, schreibt Claudia Rösen. Pflanzen liefern uns und den Tieren Nahrung, Insekten bestäuben unsere Obstbäume und die Gemüsepflanzen. »Mit vielen kleinen Schritten können wir der Natur etwas zurückgeben als Dank für das, was sie uns gibt.« Um Anregungen und Inspirationen dafür zu geben, hat sie in ihrem Buch viele Tipps und Ideen für große und kleine Gärten gesammelt. Außerdem finden sich darin Bauanleitungen für ein Silo-Futterhäuschen für Vögel, einen Unterschlupf für Igel, Schlafplätze für Eichhörnchen, Siebenschläfer, Kröten oder Insekten, die sich einfach umsetzen lassen.

Rezepte zum Selbermachen:

Meisen-Kokosspeise

Über dieses Grundrezept aus» Igel sucht Unterschlupf« von Claudia Rösen freuen sich Meisen, Spatzen und Spechte.

Zutaten
250 g Kokosfett
2 EL Pflanzenöl
2 ganze Kokosnüsse
400 g Körner-Früchtemischung (z.B. Sonnenblumenkerne,
Haferflocken, verschiedenen gehackte Nüsse und Kürbiskerne, ungeschwefelte Rosinen, Sämereien aus Vogelfuttermischungen)

Zubereitung
Sägen Sie die Kokosnüsse quer in der Mitte auf und lassen Sie die Flüssigkeit ablaufen (am besten in ein Glas - das Kokoswasser ist eine gesunde Delikatesse!). Das Fruchtfleisch können Sie selber naschen oder den Vögeln damit eine Freude machen.
Oben in der Hälfte ein Loch bohren und eine Kordel zum späteren Aufhängen daran befestigen. Dann das Fett in einem weiten Topf erwärmen, bis es flüssig ist. Bitte nicht kochen!
Pflanzenöl zugeben, damit die erkaltete Masse nicht brüchig wird. Dann alle weiteren Zutaten untermengen und kräftig umrühren. Die Masse abkühlen lassen und in halb erstarrtem Zustand in die Kokosnusshälften streichen.
An einer guten Stelle mit freiem Anflug in den Baum hängen.

Variation:
Benutzen Sie statt Kokosnuss einen Blumentopf aus Ton. Hier ein Stöckchen von innen an der Kordel befestigen oder in die noch knetfähige Masse stecken. So können sich die Vögel beim Picken festhalten.

Rotkehlchen-Müsli

Fetthaltiges Weichfutter, schmeckt besonders Rotkehlchen, aber auch Zaunkönigen und Staren. Rotkehlchen nehmen ihr Futter lieber vom Boden auf. Legen Sie das Futter am besten auf ein kleines Tablett, damit es vor Feuchtigkeit von unten geschützt ist.

Zutaten
200 ml Sonnenblumenöl
500 g Haferflocken
Ungeschwefelte Rosinen und evtl. anderes Trockenobst

Zubereitung
Erwärmen Sie das Sonnenblumenöl mit den Haferflocken, bis die Flocken das Öl aufgenommen haben.
Abkühlen lassen, dann die Rosinen und evtl. Trockenobst dazu.
Streuen Sie alles auf der Boden-Futterstelle aus.

Amsel-Fruchtcocktail

Amseln und weitere Drosselarten lieben ebenfalls Weichfutter und haben eine besondere Vorliebe für Obst und Beeren.

Zutaten + Zubereitung
Ganze oder halbierte Äpfel und Birnen
Ungeschwefeltes Trockenobst wie Rosinen, Pflaumen, Aprikosen
Im Herbst getrocknete oder gefrostete Wildbeeren, zum Beispiel von Holunder oder Hagebutte
Zerkrümelte Meisen-Kokosspeise dazu - fertig!
>> Streuen Sie alles auf einer Futterstelle am Boden aus.

Das Buch

Claudia Rösen: Igel sucht Unterschlupf.
So helfe ich Tieren über den Winter
Klappenbroschur, 128 S., 75 Farbfotos, 25 Zeichnungen
Verlag Eugen Ulmer, 2021 ISBN 978-3-8186-1416-4
Preis: 14,00 Euro

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

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Artikelnummer: 2-2026

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

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Artikelnummer: 1/2026

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

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»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter