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UN-Studie: Fleischkonsum größter Naturzerstörer

Eine aktuelle UNO-Studie zeigt dramatisch auf: Die Fleischindustrie ist der größte Feind der Natur. Die Menschheit müsse jetzt mit dem immensen Fleischverzehr aufhören, um den weltweiten Verlust an Tier- und Pflanzenarten und Ökosystemen zu stoppen.

Die weltweite Fleischindustrie ist der Studie zufolge der weltweit größte Naturzerstörer und Haupttreiber der Vernichtung von Ökosystemen und Biodiversität. Befeuert werde das durch den Trend von immer mehr Billig-Fleisch. Doch auch Biofleisch trägt ebenso zu dieser Naturzerstörung bei. Der Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der Denkfabrik Chatham House zeigt auf: In den letzten 50 Jahren hat sich der Verlust von Lebensräumen und biologischer Vielfalt so dramatisch zugespitzt wie nie zuvor.

Dramatisch zunehmende Zerstörung von Ökosystemen

für die Futtermittelproduktion

Grund ist die Abholzung der Wälder für Weideland und die Zerstörung natürlicher Ökosysteme für die Futtermittelproduktion. Futtermittel wie Mais und Soja werden in industrieller Landwirtschaft in Monokulturen und unter Einsatz von Unmengen an Pestiziden angebaut. Damit werden die Böden dauerhaft zerstört. Die Folge: Immer weitere natürliche Landflächen fallen dem Futtermittelanbau zum Opfer.

Riesige Naturflächen fallen Monokulturen

für Futtermittelanbau zum Opfer - für die Fleischindustrie. Unmengen an Pestiziden vergiften Böden und Grundwasser, beschleunigen das Artensterben von Insekten und Vögeln. · Bild: lourencolf - Shutterstock.com

Klimakatastrophe, Wasserknappheit

und kaputte Böden

Hinzu kommt: Für die Produktion von Fleisch werden große Mengen Wasser und fossiler Energie gebraucht, was den Klimawandel weiter anheizt. Rund 30 Prozent der von Menschen produzierten Treibhausgas-Emissionen stammen dem Bericht zufolge aus der Landwirtschaft.

Durch den massiven Düngereinsatz sowie Unmengen an Mist und Gülle werden die Böden zerstört sowie Gewässer und Grundwasser vergiftet.

Unmengen von Mist und Gülle werden bei uns auf die

Felder gebracht, vergiften Böden, Grundwasser und Gewässer. Durch die Gülle gelangen außerdem große Mengen Treibhausgase in die Atmosphäre. · Bild: RikoBest - Shutterstock.com

Immer mehr Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben

bedroht

Die Folge: Insekten, Vögel, Säugetiere und mikrobielle Organismen verlieren ihren Lebensraum. Immer mehr Arten sind vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.

Auch in Deutschland sind ein Drittel aller Säugetierarten gefährdet, so ein Bericht des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) vom Oktober 2020. Schuld daran ist auch bei uns die intensive Landwirtschaft.

Die industrielle Massentierhaltung

ist eine Brutstätte für Viren und potentiell die nächste Pandemie. Hinzu kommt: Jede zweite Hähnchenfleischpackung der drei größten Geflügelkonzerne Europas ist mit antibiotikaresistenten Keimen belastet, die schwere Infektionskrankheiten auslösen können. In Europa sterben jedes Jahr 33.000 Menschen, weil Antibiotika nicht mehr wirken. · Bild: PETA

Nur mit pflanzlicher Ernährung kann die Zerstörung

von Ökosystemen und der Verlust von Biodiversität

aufgehalten werden

Die Studie kommt zu dem Schluss: Es sind drei »Hebel« nötig, um den Druck auf natürliche Lebensräume zu verringern und ein nachhaltigeres Nahrungsmittelsystem zu schaffen.

1. Änderung der Ernährungsgewohnheiten: Nur mit pflanzlicher Ernährung kann der dramatische Verlust an Artenvielfalt und ökologisch wichtigen Lebensräumen aufgehalten werden.

2. Schutz und Reservierung von Landflächen für die Natur: durch die Wiederherstellung einheimischer Ökosysteme auf verschontem Ackerland oder durch die Integration von Biotop­flächen in Ackerland.

3. Umstellung auf eine umweltfreundlichere Landwirtschaft.

Ohne ein schnelles Umsteuern werde sich der Verlust von Biodiversität beschleunigen, warnen die Wissenschaftler. Bei weiterer Zerstörung der Ökosysteme sei auch die Wasserversorgung und die Ernährung der Bevölkerung in Gefahr.

UNO-Studie will den politischen Prozess anstoßen

»Eine Reihe hochrangiger Gipfeltreffen im Jahr 2021 wird sich mit Ernährung, Klima und biologischer Vielfalt befassen«, so die Autoren der Studie. Ziel ist es, die globale Bedeutung der Ernährung bewusst zu machen und das Lebensmittelsystem neu zu gestalten - für den Schutz von Biodiversität und für den Klimaschutz.

»Angesichts einer globalen Rezession aufgrund der COVID-19-Pandemie müssen sich die Staats- und Regierungschefs der Welt mit den Ursachen dieser Krise befassen«, heißt es weiter in dem UN-Papier.

Schließlich sei die Krise der öffentlichen Gesundheit aufgrund einer Zoonose entstanden (Übersprung von Krankheiten vom Tier auf den Menschen, durch Massentierhaltung für Fleischproduktion und Pelz-Erzeugung). Die aktuelle wirtschaftliche und soziale Krise zeige zudem die Fragilität der Lebensmittelsysteme durch weltweite Vernetzung.

Hinzu komme die erhöhte Morbidität und Mortalität bei fettleibigen COVID-19-Patienten und Patienten mit anderen ernährungsbedingten Vorerkrankungen. Die Folgen schlechter Ernährung kosten die Welt jedes Jahr geschätzt 3,5 Billionen US-Dollar. »Dies schafft einen starken wirtschaftlichen Anreiz, Geld für die Behandlung ernährungsbedingter Krankheiten zu sparen, indem die Verfügbarkeit und der Preis von ernährungs­physiologisch wertvollen gesundheitsfördernden Lebensmitteln geändert werden und auf Gesundheitssysteme umgestellt wird, die stärker auf die Prävention von Krankheiten ausgerichtet sind.«

Das gegenwärtige Nahrungsmittelsystem und die Konsummuster hätten sehr reale gesellschaftliche Kosten zur Folge. Man müsse weg vom Paradigma der immer »billigeren
Lebensmittel«.

In Bezug auf Wasser- und Luftqualität, Klimaschutz und längerfristige landwirtschaftliche Produktivität verursacht Billigfleisch in Wahrheit hohe Kosten, die wirtschaftlich irrational sind.