Vögel verstehen - Was uns die Vögel über uns und unsere Umwelt verraten

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion »FREIHEIT FÜR TIERE«

In England und den USA ist »Birdwatching« schon lange sehr beliebt. Auch hierzulande entdecken immer mehr Menschen die Vogelbeobachtung als Bereicherung für ihr Leben. Doch wie können wir die verschiedenen Vogelarten besser kennenlernen? Wie halten wir ihre vielfältigen Gesänge und Rufe auseinander - und was bedeuten sie?

In seinem Buch »Vögel verstehen« nimmt uns der Wildnispädagoge Paul Wernicke mit auf wunderbare Streifzüge durch die Natur, gibt wertvolle Tipps für die Vogelbeobachtung und erklärt uns die Sprache der Vögel.

»In diesem Moment änderte sich der Rhythmus meines Lebens«

Paul Wernicke berichtet zu Beginn seines Buches, wie er die Vogelbeobachtung für sich entdeckte. Er war im Berliner Stadtteil Pankow aufgewachsen und als Jugendlicher zog es ihn raus in die Natur. An einem schönen Herbsttag stand er im Schlosspark von Pankow vor einer Plantane. Er schloss die Augen. Bilder von eindrücklichen Momenten in der Natur tauchten vor seinem inneren Auge auf. »Eine tiefe Dankbarkeit stieg in mir auf, ich fühlte mich angekommen und verwurzelt.« In diesem Moment rief über ihm ein Vogel. Er öffnete die Augen und sah hoch oben in der Krone der Plantane einen Buntspecht. Wieder und wieder rief der Vogel »kiks, kiks«, dann flog er zu einer Buche und fing an zu trommeln. »In diesem Moment änderte sich der Rhythmus meines Lebens, erinnert sich Paul Wernicke. »Auf einmal sah ich überall Vögel. Es war, als ob ein Schleier vor meinen Augen weggezogen worden wäre: Ich nahm auf einmal wahr, wie viele Vögel um mich herum lebten. Meine Stadt war nicht nur Heimat für Spatzen, Tauben und Krähen, sondern auch für Stieglitze, Sperber und Waldkäuze.« Der junge Mann entdeckte einen Sperber im Schlosspark und einen Waldkauz an der S-Bahnstation. Er beobachtete Meisen und Rotkehlchen, lernte Grün- und Buchfinken und den bunten Stieglitz kennen.

Spechte nutzen für ihre Kommunikation ihre Rufe und das Trommeln.

Spechte nutzen für ihre Kommunikation ihre Rufe und das Trommeln.

Es unterscheidet sich deutlich von dem Klopfen, mit dem der Specht Nahrung sucht. · Bild Buntspecht: Petr Simon -Shutterstock.com

Spechtschmiede

Spechtschmiede

Die Spechtschmiede ist ein natürlicher oder extra hergestellter Spalt in einem Baumstamm, in die Spechte Nüsse einklemmen, um sie zu öffnen. Dabei dient der Baumstamm als Amboss und der Schnabel als Hammer. · Bild: Martin Grossman Shutterstock.com

Durch sein Trommeln tut der Specht kund: »Hier wohne ich. Dies ist mein Revier.«

Durch sein Trommeln tut der Specht kund: »Hier wohne ich. Dies ist mein Revier.«

In der Balzzeit setzen sowohl Männchen als auch Weibchen das Trommeln für die Partnersuche ein oder um den Partner auf eine geeignete Bruthöhle aufmerksam zu machen. · Bild Grünspechte: TashaBubo - Shutterstock.com

Bruthöhle eines Schwarzspechtpaars.

Bruthöhle eines Schwarzspechtpaars.

Bild: WildMedia Shutterstock.com

Geburtsstunde der Wildnisschule Hoher Fläming

Ein Jahr später hatte Paul Wernicke das Glück, seinen Zivildienst in einer Umwelteinrichtung machen zu können. »Ich wohnte ein Jahr mitten im Wald, entdeckte den Horst des Habichts und das Nest des Eichelhähers«, erzählt er. Nach diesem Jahr war ihm klar, dass er in der Natur leben wollte. Zunächst zog er als Tischlergeselle durch die Lande, dann gründete er im Fläming, einem bewaldeten Höhenzug im südwestlichen Brandenburg, eine Familie. Um die Sprache der Vögel und das Spurenlesen zu erlernen, besuchte er Naturkurse, unter anderem bei der Wildnisschule Teutoburger Wald. »Nach und nach fing ich an, neben meinem eigentlichen Beruf als Tischler mit Kindergruppen in den Wald zu gehen«, berichtet er.

Acht Jahre lang gab Paul Wernicke Kurse für kleine und große Naturfreunde. Dann sagte eine Freundin zu ihm, er solle endlich eine eigene Wildnisschule gründen. »Das war die Geburtsstunde der Wildnisschule Hoher Fläming«, so der Vogelfreund. »Im Logo tauchten natürlich Vögel auf.« Die Wildnisschule und die Familie Wernicke sind auf einem alten Hof in dem schönen Ort Grützdorf zu Hause, umgeben von Streuobstwiesen, Ackerflächen, und Wald.

Der Gesang des Stieglitzes ist an der rhythmischen Wiederholung seiner namensgebenden Rufe »stiglit« oder »didelit« zu erkennen.

Der Gesang des Stieglitzes ist an der rhythmischen Wiederholung seiner namensgebenden Rufe »stiglit« oder »didelit« zu erkennen.

Besonders im Herbst und Winter kommunizieren die Schwärme durch ihre Rufe miteinander. · Bild: Arthur_R · Shutterstock.com

Der schöne Gesang der Stieglitze ist in der Balz- und Brutzeit zu hören und festigt die Bindung eines Paares.

Der schöne Gesang der Stieglitze ist in der Balz- und Brutzeit zu hören und festigt die Bindung eines Paares.

Bild: DKeith Shutterstock.com

Lebensraum für Vögel schaffen

Damit die Seminare in so natürlicher Umgebung wie möglich stattfinden können, hat Paul Wernicke mit seinem Team auf der Streuobst­wiese Greifvogelansitze gebaut, Nisthilfen für viele verschiedene Vogelarten aufgehängt, alte Bäume stehen gelassen und zusätzlich junge Bäume gepflanzt, Benjeshecken und Steinbiotope errichtet, einen Teich angelegt und einige Flächen verwildern lassen. Ziel ist es, möglichst vielen Tieren ein Zuhause zu bieten. Und die Maßnahmen haben Erfolg: Die Zahl der unterschiedlichen Vogelarten steigt jedes Jahr weiter an. »Unsere Streuobstwiese bietet inzwischen sogar zwei Wendehalspärchen zur Brutzeit Platz; der Waldkauz und der Turmfalke sind bei uns zuhause. Das Braunkehlchen ist nach einer Pause zu uns zurückgekehrt, der Milan hat seinen Horst in der Nähe, wie auch die Raben«, berichtet Paul Wernicke. Die Geschichten von seinen Erlebnissen mit diesen und vielen weiteren Vögeln erzählt er lebendig und unterhaltsam in »Vögel verstehen«.

Vögel machen glücklich

Vögel machen glücklich. Dies belegt eine Studie des Senckenberg Forschungszentrums für Biodiversität, für die 1000 Menschen in 26 Ländern befragt wurden: Demnach steigern zehn Prozent mehr Vogelarten in der Umgebung die Lebenszufriedenheit der Menschen mindestens genauso stark wie eine Erhöhung des Einkommens in gleicher Größe. Die glücklichsten Europäer und Europäerinnen sind laut der Studie diejenigen, die in ihrem täglichen Leben viele verschiedene Vogelarten erleben können oder in einer naturnahen Umgebung leben, in der viele Arten beheimatet sind. (Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum: Mehr Vogelarten im Umfeld machen Menschen in Europa genauso zufrieden wie höheres Einkommen. Pressemitteilung, 3.12.2020)


»Artenschutz und Naturschutz sind also nicht nur wichtig für die Flora und Fauna, sondern tatsächlich auch für uns. Auch wir brauchen Biodiversität, um glücklich zu sein«, kommentiert Paul Wernicke das Ergebnis der Studie. »Und noch glücklicher macht es, nicht nur in einer Umgebung zu wohnen, in der es viele Vogelarten gibt, sondern sich auch damit zu beschäftigen.«

Der Vogel-Sitzplatz

Um uns mit der Natur zu verbinden und die Vögel zu beobachten, suchen wir uns einen Sitzplatz in einer möglichst natürlichen Umgebung nah an unserem Zuhause. Das kann der eigene Garten mit einer Futterstelle sein, eine Hecke, ein Wäldchen oder ein Stadtpark.

Zu diesen Vogelsitzplatz gehen wir so oft wie möglich und tun dort erstmal: NICHTS. »Es geht darum, anzukommen und sich mit der Natur zu verbinden«, erklärt Paul Wernicke. »Alle Gedanken an Steuern, Kinder, Stress im Büro dürfen dann verschwinden, du bist einfach nur ganz da, präsent im Hier und Jetzt.« Auf unserem Sitzplatz lernen wir viele Vögel kennen. Und auch das Umgekehrte passiert: Die Vögel lernen uns kennen. Sie merken, dass wir keine Gefahr darstellen. Und so werden wir auf unserem Sitzplatz immer mehr Tiere beobachten können.

Einstieg ins »Birdwatching«: Fang mit den Vögeln vor deiner Haustür an!

Die Zauberformel für den Einstieg nennt sich: BARK (das englische Wort für Rinde). BARK ist die Abkürzung für Buchfink, Amsel, Rotkehlchen und Kohlmeise. Diese Vögel gibt es in verschiedenen Lebensräumen und sie sind leicht zu entdecken.

Der Gesang der Amsel sticht vor allem durch seine abwechslungsreiche und melodische Art hervor. Hört man genau hin, so kann man Trillern, Zwitschern, aber auch Flötentöne erkennen. Der Buchfink wiederholt seinen Gesang, er ruft dann z. B.: »Das das das ist mein Baum«.

Die Kohlmeise dagegen gibt kurze Rhythmen wie »dededi« oder »dadada« von sich. Drei verschiedene Vögel: einer mit melodischem, einer mit rhythmischem Gesang und einer, der sich immer wiederholt.

Für den Einstieg in die Vogelbeobachtung ist es eine große Hilfe, sich den Gesang von diesen drei Vögeln zu merken. Später kann man zu weiteren Beobachtungen übergehen und merkt dann: Die Vögel sind ja überall! Schließlich fragt man sich: Was machen die Vögel so den ganzen Tag? Was haben sie für Bedürfnisse und was für eine Wesensart?

Mit Buchfink, Amsel, Rotkehlchen und Kohlmeise fangen wir an: Wir beobachten sie, lernen ihr Wesen und ihre Körpersprache kennen. Wo halten sie sich am liebsten auf? Was essen sie? Wo brüten sie? »Wenn du die ersten Fragen durch Beobachtung und Recherche beantwortet hast, wirst du feststellen, dass automatisch neue Fragen entstehen«, so Paul Wernicke. »Deine Neugier und dein Interesse wächst, ein dünnes Band entsteht zwischen dir und deinem ersten gefiederten Freund.«

Jeder Vertreter der BARKs hat eine bestimmte Wesensart - Vorlieben, Tagesrhythmen und Charaktereigenschaften -, die ihn von den anderen deutlich unterscheidet: »Die einen stehen fürchterlich früh auf (Rotkehlchen), die anderen schlafen gerne aus (Buchfink). Manche (Amsel und Rotkehlchen) singen während der Brutzeit immer auf denselben Plätzen, andere (Kohlmeisen) nutzen immer wieder neue Singwarten - so werden die Orte genannt, von denen Vögel regelmäßig singen. Die einen sind eher schreckhaft (Buchfink), die anderen lassen Menschen ganz nah an sich herankommen (Rotkehlchen und Kohlmeisen).«

BARK ist die Zauberformel für den Einstieg in die Vogelbeobachtung: Buchfink, Amsel, Rotkehlchen und Kohlmeise.
Diese Vögel sind leicht zu entdecken und auseinanderzuhalten. Sie sind sowohl in Gärten als auch in Parks häufig zu beobachten. Von unserem Vogel-Sitzplatz aus lernen wir ihren Gesang und ihr Wesen kennen. Als nächstes unterscheiden wir die Kohlmeise von der Blaumeise und lernen den Stieglitz, einen Verwandten des Buchfinks kennen. Und schon sind wir mittendrin im »Birdwatching«...

Bild aus: Paul Wernicke, Kathrin Blum: Vögel verstehen. Thorbecke-Verlag, 2023

BARK-Vertreter: Buchfink
· Bild: rorue - Shutterstock.com

Als nächstes lernen wir den Stieglitz, auch Distelfink genannt, kennen.
· Bild: Dark_Side Shutterstock.com

Ebenfalls aus der Familie der Finken: Grünfink.
· Bild: Webgalerist Shutterstock.com

BARK-Vertreter: Amsel
· Bild: Mirko Graul Shutterstock.com

BARK-Vertreter: Rotkehlchen.
· Bild: couvar - Shutterstock.com

BARK-Vertreter: Kohlmeise.
· Bild: Andrew Astbury Shutterstock.com

Als nächstes lernen wir die Blaumeise von der Kohlmeise zu unterscheiden.
· Bild: rkowski - Shutterstock.com

Die Sprache der Vögel

Die Beobachtung von Vögeln hilft uns, unsere Wahrnehmung zu erweitern und unsere Sinne zu schärfen. Paul Wernicke nennt es »Wahrnehmungsbooster«: Bei einer kleinen Meditation konzentrieren wir uns mit geschlossenen Augen auf unsere Umgebung und nehmen bewusst alle Geräusche auf.

Am Anfang ist die Vogelsprache für uns ein Klangbrei, der zwar schön klingt, den wir aber (noch) nicht verstehen. Dann lernen wir die ersten Melodien und Rufe heraus, mit denen sich die Vögel untereinander verständigen und der Welt mitteilen. »Mit der Vogelsprache informieren Vögel einander, wer welches Territorium besetzt hat, wer ein Weibchen sucht, wo sie sich gerade aufhalten und wo der Habicht oder Sperber sitzen«, erklärt der Vogelexperte.

Die Vögel sind die Tierart, die das ganze Jahr über den besten Überblick über die Geschehnisse in der Natur hat und dies mit ihren Stimmen mitteilen. Wenn wir die Vögel verstehen, wissen wir, was im Garten, im Park oder im Wald gerade passiert. »Durch die Vögel erweitert sich unser Radius ungemein, wir können erkennen, was in 100 oder 200 Metern Entfernung geschieht.« So warnen Specht und Eichelhäher mit ihren Rufen nicht nur die anderen Vögel vor Greifvögeln, sondern sogar die Rehe und Wildschweine im Wald, wenn der Jäger kommt.

Dabei ist Vogelsprache noch mehr als „nur“ die Kommunikation der Gefiederten untereinander, erklärt der Vogelexperte. »Für mich war und ist sie der Schlüssel zur Sprache der Natur. Sie erlaubt mir, in Dialog mit der Landschaft zu treten. Wenn ich sie verstehe, dann weiß ich eigentlich alles über einen Platz, was es zu wissen gibt. Und das erlaubt mir wiederum, dafür zu sorgen, dass sich hier möglichst viele Vögel zuhause fühlen.«

Die Stimmung der Vögel lesen

Anhand ihres Verhaltens und ihrer Lautäußerungen können wir herausfinden, in welcher Stimmung sich Vögel befinden. Vögel, die nach Nahrung suchen, ihr Gefieder putzen, an Wasserstellen trinken und baden oder ein Nest bauen, sind entspannt. Sobald sich eine mögliche Gefahr in ihrer Nähe befindet, hören sie damit auf. »Stille und Reglosigkeit kann ein erstes Anzeichen für ihre Alarmbereitschaft sein«, erklärt Paul Wernicke. »Materialisiert sich die Gefahr, so ist das zweite Anzeichen nicht zu überhören: Warnrufe ertönen hektisch von allen Seiten.«

Singen oder rufen sie?

Ob ein Vogel singt oder ruft, ist ein sehr wichtiger Unterschied, erfahren wir weiter. Gesänge erkennen wir am Zusammenspiel komplexer Töne, Abfolgen und Varianten, meist von der gleichen Warte, vom gleichen Sitzplatz.

Wir hören Gesänge nur von Vögeln, die entspannt sind. Vögel in Alarmbereitschaft singen nicht - sie rufen. »Wenn wir erkannt haben, dass der Vogel singt, dann haben wir schon mindestens sechs Sätze aus der Vogelsprache mit einem Mal verstanden«, erklärt Paul Wernicke.

Sechs einfache Erkenntnisse, die uns der Gesang der Vögel vermittelt

1. »Ich bin fit, kerngesund und habe ausreichend Energie, um einzigartige Melodien von mir zu geben.«

2. »Das hier ist mein Revier. Ich kenne mich hier aus. Ich setze eine Grenze.«

3. »Wo bist du, Frau?« oder »Ich bin immer noch für dich da.«

4. Wenn alle singen: »Hier ist gerade kein Fuchs, keine Katze, kein Jäger, kein Greifvogel.«

5. »Ich bin diese Art«, z. B. eine Amsel. Jede Art hat einen spezifischen Gesang.

6. Wenn man genau hinhört, dann kann man individuelle Unterschiede innerhalb der gleichen Art bemerken: »Ich bin Amsel Anton« und nicht »Amsel Bert«.

Aus: Vögel verstehen, S. 155/156

Früher dachte man, dass nur männliche Vögel singen. Inzwischen wurde aber - interessanterweise vor allem von Forscherinnen - nachgewiesen, dass auch die weiblichen Vögel singen. Der Balzgesang bleibt aber Aufgabe der männlichen Vögel, da die Vogelfrauen viel Energie fürs Brüten und Eierlegen brauchen.

Rufe: Kontaktruf oder Warnruf?

Ein Ruf besteht im Unterschied zum Gesang meist nur aus ein oder zwei Tönen, die nicht so regelmäßig wiedergegeben werden - und das oft von mehreren Vögeln. Höre ich einen Ruf, kann ich fragen:

· Ist es ein Kontaktruf?

· Ist es ein Bettelruf von einem hungrigen Jungvogel?

· Handelt es sich um eine Auseinandersetzung mit einem potentiellen Konkurrenten der gleichen Vogelart?

· Ist es ein Alarmruf, der vor Feinden aus der Luft oder am Boden warnt?

»Um diese Fragen zu beantworten, muss ich herausfinden, ob der Ruf entspannt oder angespannt klingt«, erklärt Paul Wernicke. »Dazu muss ich die Wesensart des Vogels kennen. Wenn jemand zum Beispiel das erste Mal einen Zaunkönig sieht, dann könnte man denken: Der ist aber nervös, da muss etwas im Busch sein! Hat man ihn aber schon mehrmals beobachtet, so weiß man, dass das ruckartige Hin und Herfliegen zur Grundwesensart des Zaunkönigs gehört, er also entspannt ist.«

Wenn Vögel entspannt sind, handelt es sich bei ihren Rufen also um Kontaktrufe. Paul Wernicke »übersetzt« sie für uns so: »Der Ruf des Zilpzapls zum Beispiel lautet „huit“. Hört man diesen hin und herschallen, so lauscht man einer Unterhaltung mit seiner Partnerin. „Huit“ fragt er: „Bist du noch da?“ „Huit“, erwidert sie: „Ja, ich bin noch da“. Dieses sanfte „huit“ benutzen sie nicht nur für die Bindung und zur Lokalisierung des Partners, sondern auch zur Kontaktaufnahme mit den Jungvögeln.«

Handelt es sich um einen Warnruf, hören wir eine schnelle Abfolge von Rufen: mit stärkerer Intensität und in höherer Tonlage. »Ein weiterer Hinweis auf einen Alarm ist es, wenn mehr als eine Vogelart aufgeregt ist, also viele

verschiedene Warnrufe erklingen«, erklärt der Vogelexperte. »Hören wir also eine ganze Kaskade von aufgeregten Rufen um uns herum, so lohnt es sich, einmal nach oben zu schauen - oder auch nach unten. Es gibt tatsächlich

unterschiedliche Warnrufe, je nachdem, woher der Feind kommt. Ein Luftalarm, der einen Sperber oder einen Habicht ankündigt, hört sich anders an als ein Bodenalarm, der vor einem Marder oder einer Katze warnt.«

Was uns Alarmrufe vermitteln

1. Wie viele Vögel ringsum reagieren? Sind Vögel verschiedener Arten beteiligt?

2. Wie großräumig ist der Alarm? Wo hören die Warnrufe auf, wo fangen die Vögel wieder an zu singen?

3. Bewegt sich der Alarm oder bleibt er an einem Ort?

4. Gehen die Vögel nach oben oder nach unten? Handelt es sich um einen Boden- oder einen Luftalarm?

5. Ist der Auslöser primär oder sekundär? Reagiert der Zaunkönig auf mich oder auf den Fuchs, der in der Hecke schlief und den ich aufgescheucht habe?

Aus: Vögel verstehen, S. 162

Mit seinem Buch »Vögel verstehen« gibt Paul Wernicke uns einen einfachen Zugang zur Welt der Vögel, der für jede und jeden im Alltag umsetzbar ist. Zugleich ist das Buch eine Einladung: die Vögel kennenzulernen und uns - wie er selbst - in sie zu verlieben. »Mein Anliegen ist es, dass sich so viele Menschen wie möglich wieder daran erinnern, welche Freude es macht, sich mit der Vogelwelt zu beschäftigen.« Und es ist ganz einfach: Wir müssen nur anfangen, genau hinzuhören. Der Rest kommt von allein.

Das Autorenteam

Paul Wernicke (Jahrgang 1978) ist ausgebildeter Wildnispädagoge und Leiter der Wildnisschule »Hoher Fläming«.
Er ist Liebhaber und Kenner unserer heimischen Vogelwelt und teilt seine Erfahrungen regelmäßig in seinem Vogel-Podcast. Als Spurenleser und Wolfsbeauftragter engagiert er sich im Wolfsmonitoring für den Hohen Fläming.


Internetseite:
wildnisschule-hoherflaeming.de


Paul Wernickes Vogel-Podcast:
www.podcast.de/podcast/2851282/vogelpodcast-mit-dem-voologen-paul

Kathrin Blum ist Wildnispädagogin und Autorin.
Ihr Anliegen ist es, Menschen wieder in Naturverbindung zu bringen, damit sie sich in der Natur zuhause fühlen. Auf ihrer Seite »Waldweg« bietet sie off- und online Seminare zur Naturverbindung an. Zuletzt erschien ihr Buch »Der Baumsammler« bei Rowohlt.


Internetseite & Blog:
www.waldweg.net

Das Buch

Wie kann ich Vogelstimmen leichter erkennen? Was teilen Vögel durch ihren Gesang und ihre Rufe mit? Was bedeutet es, wenn die Vögel im Wald plötzlich verstummen?

In »Vögel verstehen« nimmt uns der Wildnispädagoge Paul Wernicke mit auf Streifzüge durch die Natur. Er berichtet auf sehr persönliche Weise, wie er durch Beobachten und Erleben gelernt hat, die Vögel besser zu verstehen - und er gibt Tipps, wie auch uns das gelingen kann.


»Mein größter Mentor ist die Wildnis vor meiner Haustür. Ich liebe es, andere mit meiner Freude und meinem Enthusiasmus für das Erleben, Lernen und Entdecken der Natur anzustecken.«
(Paul Wernicke)


Paul Wernicke, Kathrin Blum: Vögel verstehen

Was uns die Vögel über uns und unsere Umwelt verraten

Hardcover, 184 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen

Thorbecke-Verlag, 2023 · ISBN 978-3-7995-1978-6

Preis: 24,00 €

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust - Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

jesus-tempelreinigung Ausschnitt

Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter