Wissenschaft für Kids: Wie Tiere denken und fühlen

In der Verhaltensbiologie

In der Verhaltensbiologie

testet man Selbstbewusstsein mit einem Spiegel. Bisher haben Forscher bei Menschenaffen, Elefanten, Delfinen, Elstern und Ameisen nachgewiesen, dass sie sich im Spiegel erkennen. Übrigens: Menschen erkennen sich ab dem Alter von 18 bis 24 Monaten im Spiegel.

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Wusstest du, dass Menschenaffen, Elefanten, Delfine, Krähen und sogar Ameisen sich selbst im Spiegel erkennen können? Dass Delfine sich gegenseitig beim Namen rufen und noch nach Jahrzehnten an alte Freunde erinnern? Dass sich Hunde gegenseitig an der Stimme erkennen? Hättest du gedacht, dass nicht nur Säugetiere gerne spielen, sondern auch Reptilien und Fische? Wusstest du, dass Tiere wie wir Menschen einen individuellen Charakter oder bestimmte Eigenarten haben? Und dass sie logisch denken können? Wusstest du, dass Tiere wie wir Liebe, Trauer und Mitgefühl empfinden? Wenn du mehr erfahren möchtest, was die Wissenschaft in den letzten Jahren über das Verhalten von Tieren herausgefunden hat, ist das Sachbuch »Wie Tiere denken und fühlen« genau das Richtige für dich!

Der Autor und Verhaltensforscher Dr. Karsten Brensing erzählt, warum er ein Sachbuch für Kinder geschrieben hat:

»Eines Tages hatte ich meine Mutter am Telefon und sie fragte mich, warum ich nicht mal ein Kinderbuch schreibe. Meine Mutter ist Sonderschullehrerin und daher liegen ihr Kinder und Jugendliche besonders am Herzen. Meine Antwort war: "Nein, Mutsch, die Dinge, über die ich schreibe, sind einfach zu kompliziert, ich weiß wirklich nicht, wie ich das Kindern erklären soll."

Einige Stunden später (und das ist nicht erfunden) rief mich meine Agentur an und fragte mich, ob ich nicht mal ein Kinderbuch probieren möchte? Zwei Wochen später hatte ich ein Probekapitel über Selbstbewusstsein und das Spiegel-Experiment geschrieben - und wieder zwei Wochen später rief mich eine begeisterte Redakteurin vom Loewe-Verlag an. Einige Monate später war mein Text geschrieben. Dank eines tollen Grafikers verwandelte sich meine Textwüste in viele kleine, leicht zu erfassende Abschnitte. Und dank der liebevollen Zeichnungen von Nikolai Renger wurde das Buch zu einem Augenschmaus. Ohne Zweifel ist mein erstes Kinderbuch mein schönstes Buch überhaupt.

Das Wichtigste aber ist, dass die Kinder und Jugendlichen, die dieses Buch lesen, mit einem angemesseneren Bild von Tieren aufwachsen. Darüber freue ich mich mehr als über alles andere.«

Sicher kennst du viele Geschichten, in denen Tiere fühlen, denken und sprechen. Auch wenn das nur Geschichten sind: Der Biologe und Verhaltensforscher Dr. Karsten Brensing ist überzeugt, dass Geschichten von denkenden, fühlenden und sprechenden Tieren der biologischen Wirklichkeit oft sehr nah kommen: Auch Tiere können sich erinnern und aus ihrer Vergangenheit lernen, sie haben Freunde und Gefühle wie wir, sie können lieben und sich streiten. Doch jede Tierart ist anders und hat andere Fähigkeiten. Selbst einzelne Tiere einer Art haben individuelle Eigenschaften. Man könnte sogar von Persönlichkeit sprechen.

Du bist sicher überzeugt, dass du mit deinem Tier

Du bist sicher überzeugt, dass du mit deinem Tier

sprechen kannst und dass es dich versteht. Natürlich antwortet es nicht in Menschensprache - sondern durch Laute, Gesten, Bewegungen, Blicke. Auch beim Spielen hat es genauso viel Spaß wie du! · Bild: Shutterstock

Das weiß doch jedes Kind!

Dass einzelne Tiere einer Art individuelle - also ganz persönliche - Eigenschaften haben, weiß ja eigentlich jedes Kind, oder? Wenn du eine Katze hast, weißt du, dass sie anders ist als alle anderen Katzen. Wenn du einen Hund hast, weißt du, dass er anders ist als alle anderen Hunde. Die eine Katze ist selbstbewusst und mutig, die andere scheu und schüchtern. Der eine Hund ist kinderlieb und verschmust, der andere übermütig und verspielt. Manch Hund hat schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht und ist verängstigt oder aggressiv.

Wenn du einen Hund, eine Katze oder ein Pferd hast oder gut kennst, dann weißt du auch, dass es dich versteht. Der Hund oder die Katze spüren, wenn du traurig oder krank bist und kommen dich trösten. Die Katze legt sich auf deinen Bauch, wenn du Bauchweh hast. Natürlich spüren der Hund oder die Katze auch, wenn du glücklich bist und zum Spielen aufgelegt und ihr habt gemeinsam viel Spaß und Freude. Und wenn dein Hund zu wild mit dir war, kommt er her und entschuldigt sich bei dir.

Du bist sicher auch überzeugt, dass du mit deinem Tier sprechen kannst und dass es dich versteht. Natürlich antwortet es nicht in Menschensprache - aber es antwortet durch Laute, Gesten, Bewegungen, Blicke. Stimmt`s?

Für Erwachsene ist das nicht so selbstverständlich

»Für Erwachsene ist es selbstverständlich, dass Tiere nicht sprechen können, nicht so denken wie wir Menschen und auch nicht über sich selbst nachdenken können«, schreibt Karsten Brensing. Das liegt daran, dass die Erwachsenen es so in der Schule gelernt haben. Auch viele Lehrer wissen das nicht, weil die moderne Verhaltensforschung - so heißt diese Wissenschaft - an kaum einer Universität unterrichtet wird und nicht Bestandteil des Lehrplans für Biologie ist. Darum wundert euch nicht, wenn Erwachsene überrascht sind, wenn ihr ihnen erzählt, was ihr in diesem Buch über Tiere erfahren habt - oder wenn Erwachsene sogar behaupten, es würde nicht stimmen, was ihr ihnen über Tiere erzählt. Da müsst ihr viel Verständnis haben: Diese Erwachsenen meinen es nicht böse, sie wissen es einfach nicht besser!


Dr. Karsten Brensing, der das Buch »Wie Tiere denken und fühlen« geschrieben hat, ist Fachmann auf diesem Gebiet: Er ist Meeresbiologe und Verhaltensforscher. Verhaltensforscher erforschen - wie der Name schon sagt - das Verhalten von Tieren (und Menschen). Und in den letzten Jahren haben Verhaltensforscher sehr viel Neues und Erstaunliches über Tiere herausgefunden. Karsten Brensing hat fast 1.000 wissenschaftliche Veröffentlichungen über das Verhalten von Tieren studiert: wie Tiere fühlen und denken, wie intelligent sie sind, wie erstaunlich sie miteinander kommunizieren und dass sie echte Persönlichkeiten sind - aber das wisst ihr, wenn ihr ein Haustier oder Kontakt zu Tieren habt, sowieso schon.


Über diese neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse hat Karsten Brensing drei dicke Bücher für Erwachsene geschrieben: »Die Sprache der Tiere. Wie wir einander besser verstehen«, »Das Mysterium der Tiere: Was sie denken, was sie fühlen« und »Persönlichkeitsrechte für Tiere«.

Wenn die Erwachsenen also anzweifeln, was ihr ihnen an Erkenntnissen aus dem Buch »Wie Tiere denken und fühlen« erzählt, sagt ihnen, dass sie diese Bücher lesen sollen.

Übrigens ist das, was Karsten Brensing in seinen Büchern geschrieben hat, so wichtig und absolut erstaunlich, dass er regelmäßig in Fernsehsendungen eingeladen wird, um darüber zu berichten, und in Interviews für Radiosendungen oder Zeitungen befragt wird.

Die Fuchskinder empfinden beim Spiel

Die Fuchskinder empfinden beim Spiel

sicher so viel Spaß wie Menschenkinder. Spaß ist ein super Motivator, denn beim Spielen lernen die Fuchskinder fürs Leben. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass beim Spielen bei Menschen und Tieren das gleiche Glückshormon freigesetzt wird: Dopamin. · Bild: Shutterstock

Tiere und Menschen sind sich ähnlich: Lernen muss Spaß machen!

Im ersten Kapitel geht es um das Sozialleben. Und das beginnt mit Spaß und Spiel. Denn Spaß ist der wichtigste Motivator bei Tier und Mensch!


»Vielleicht bekomme ich gleich Ärger mit deinen Lehrern und Eltern, denn nach diesem Kapitel wirst du darauf bestehen, dass Lernen vor allem Spaß machen muss!«, schreibt Karsten Brensing. Dazu bringt er ein Beispiel aus der Tierwelt: »Besonders jungen Hunden schaut man gerne beim Spielen zu. Sie haben offenkundig extrem viel Spaß beim Toben und man möchte am liebsten mitmachen. Tatsächlich lernen viele Tiere spielerisch wichtige Verhaltensweisen, die sie später als Erwachsene brauchen. Das ist ja bei uns Menschen genauso.« Es sind die Überraschungsmomente, die uns motivieren, es ist die Unberechenbarkeit, die Spaß macht. Diesen Spaß haben wir mit vielen anderen Tieren gemeinsam, die dieses Gefühl ganz genauso empfinden wie wir und darum auch mit großer Ausdauer spielen.

Sicher hast du schon einmal Pferden auf der Weide oder vielleicht Kälbchen beim Spielen zugeschaut. Oder du hast in einer Tier-Dokumentation gesehen, wie drollig Fuchswelpen oder kleine Löwen miteinander spielen. Karsten Brensing berichtet, dass Forscher aus Interesse ein Hamsterrad an einem Feldrand aufgestellt haben. Und ob du es glaubst oder nicht: Freilebende Feldhamster nutzen Laufräder genauso gerne wie Hamster, die als Haustiere gehalten werden. Übrigens spielen sogar Reptilien und Fische miteinander!


Wissenschaftler haben herausgefunden, dass beim Spielen bei Menschen und Tieren der gleiche Botenstoff freigesetzt wird: Dopamin. Dopamin macht uns glücklich - damit belohnt uns unser Körper für Anstrengung, die zum Erfolg führt. Dopamin wird nicht nur beim Spielen freigesetzt, sondern immer, wenn wir an etwas Freude haben: wenn wir Freude am Lernen haben, bei sportlicher Anstrengung, beim Spielen auf einem Instrument... Bei Vögeln wird übrigens Dopamin freigesetzt, wenn sie singen. Wir können also davon ausgehen, dass Tiere beim Spielen und Singen ähnlich empfinden wie wir und viel Spaß dabei haben.

Tiere haben Charakter

Für jeden, der mit Tieren zusammenlebt, ist sonnenklar: Jedes Tier hat einen anderen Charakter! Doch auch wenn es für dich völlig selbstverständlich ist, dass dein Hund einen anderen Charakter hat als der Hund der Nachbarn, haben Wissenschaftler dies bis vor wenigen Jahren als unzulässige Vermenschlichung abgelehnt.


Inzwischen haben Verhaltensforscher nachgewiesen, dass Tiere so wie wir Menschen einen eigenen Charakter haben, Individualität und Persönlichkeit. »Sogar relativ einfache Lebewesen wie Insekten sind unterschiedlich«, erklärt Karsten Brensing. So, wie es zum Beispiel mutige und weniger mutige Menschen gibt, gibt es auch mutigere und weniger mutige Hunde, Katzen, Pferde, Löwen oder Einsiedlerkrebse.


Übrigens: Wir Menschen sind letztlich auch Tiere. Du weißt, dass der Mensch ein Säugetier ist und gemeinsam mit anderen Säugetieren, Vögeln und Reptilien zu den Wirbeltieren zählt. Biologisch gesehen sind wir Menschen eine von vier Menschenaffenarten.

Delfine rufen sich gegenseitig beim Namen,

Delfine rufen sich gegenseitig beim Namen,

ehen langjährige Freundschaften ein und erinnern sich noch nach Jahrzehnten an alte Freunde. · Bild: Shutterstock

Tiere erkennen sich an der Stimme - Delfine rufen sich sogar beim Namen

Wir Menschen kommunizieren über unsere Sprache, aber auch über unsere Körpersprache. So können zum Beispiel die Worte, die jemand sagt, im Gegensatz zu seiner Körpersprache stehen. Daran merkst du zum Beispiel, wenn jemand lügt oder dass jemand Angst hat, obwohl er das Gegenteil behauptet.


Tiere sprechen nicht so wie wir, kommunizieren aber natürlich auch mit ihren Artgenossen und auch mit uns: über ihre Stimme, über Körpersprache und über Düfte. Viele Tiere erkennen einander an der Stimme: »Ein Hund erkennt zum Beispiel den Nachbarshund drei Häuser weiter an der Art seines Gebells«, erklärt Karsten Brensing. »Doch es gibt tatsächlich Tiere, die sich nicht nur gegenseitig an der Stimme erkennen, sondern die sogar einen eigenen Namen haben.« Delfine haben einen Identifikationspfiff, der wie ein Name verwendet wird. »Junge Delfine pfeifen zuerst den Identifikationspfiff der Mutter und verwandeln diesen im Verlauf der ersten Lebensmonate in einen eigenen charakteristischen Pfiff«, erfahren wir in dem Buch »Wie Tiere denken und fühlen«. Hättest du das gedacht?!


Manche Tiere, die in Familien und Gruppen zusammenleben, entwickeln sogar einen eigenen Dialekt. Das kannst du dir so vorstellen, wie Menschen aus Süddeutschland bayerisch oder schwäbisch reden, in anderen Teilen Deutschlands reden sie zum Beispiel sächsisch, berlinerisch oder plattdeutsch.


Meeresbiologen haben vor etwas 20 Jahren entdeckt, dass Orcas, die in großen Gruppen - Schulen genannt - zusammenleben, für ihre jeweilige Gruppe eigene Dialekte entwickelt haben. »Die Orcas an der Westküste von Kanada teilen alle ein gemeinsames Vokabular, aber ihre Aussprache ist gruppenspezifisch«, erklärt Karsten Brensing. Man könnte fast sagen, die einen sprechen Bayerisch und die anderen Plattdeutsch. Sie wollen auf diese Art und Weise zeigen, zu welcher Gruppe sie gehören.


Auch Fledermäuse, die sich oft mit tausenden Artgenossen eine Höhle teilen, entwickeln eigene Dialekte, um ihre soziale Gruppe zu erkennen, mit der sie zusammen leben und ihren Schlafplatz teilen. Ein Beispiel dafür ist die Brackenhöhle bei Austin in Texas. Dort leben etwa 20 Millionen Tiere. Sie bilden dort natürlich kleinere Gruppen - und jede Gruppe hat ihren eigenen Dialekt, der ihre Zusammengehörigkeit ausdrückt und an dem sie sich erkennen.


Auch bei Zugvögeln, wie zum Beispiel Staren, haben Forscher entdeckt, dass einzelne Gruppen eigene Dialekte entwickelt haben. Wenn sie nach dem großen Vogelzug in ihr Sommerrevier zurückkehren, finden sie ihre Gruppe anhand ihres Dialekts wieder. Macht Sinn, oder?


Du denkst sicher: Das ist doch völlig logisch. Aber erzähl das mal einem Wissenschaftler! Für den ist so etwas eine riesige Sensation! Denn bis vor etwa 30 Jahren waren Wissenschaftler noch überzeugt, dass Tiere rein von Instinkten gesteuert sind - und dass alleine Menschen eine Sprache haben.

Pferde kommunizieren untereinander

Pferde kommunizieren untereinander

mit Körpersprache. Wenn wir »Pferdesprache« lernen wollen, müssen wir ihre Körpersprache lernen. Auf dem Bild oben folgt das Pferd der Körpersprache des Mädchens und hebt wie sie ein Bein. · Bild: Shutterstock

Gemeinsame Körpersprache: Die Geste des Zeigens

Du weißt sicher, dass wir nicht nur mit Worten miteinander sprechen, sondern auch über Körpersprache. Wenn wir zum Beispiel im Ausland sind, können wir uns über bestimmte Gesten mit anderen Menschen verständigen und werden verstanden. Eine Möglichkeit ist die Geste des Zeigens: Wir zeigen mit dem Finger auf etwas oder schauen in eine bestimmte Richtung. Verstehen Tiere diese Geste eigentlich auch? Dann könnten wir uns mit ihnen verständigen - es wäre ein Schlüssel zu einer gemeinsam geteilten Welt.

Das Pferd reagiert auf die Körpersprache

Das Pferd reagiert auf die Körpersprache

»Komm mit« (das Pferd folgt dem Pferdemenschen). Pferde reagieren dabei auch auf Richtungen, die wir mit dem Arm, der Körperdrehung oder nur unserem Blick zeigen. · Bild: Freiheit für Tiere

»Nun muss man aber unterscheiden, ob jemand nur in der Lage ist, selbst auf etwas zu weisen, oder ob er auch in der Lage ist, die entsprechende Geste zu verstehen«, erklärt Karsten Brensing in seinem Buch. »Auch muss ein Tier darauf achten, ob sein Gegenüber überhaupt zusieht. Ein Tier, das einfach nur auf etwas starrt, auch wenn keiner da ist, sieht zwar so aus, als würde es auf etwas weisen - aber wenn niemand zusieht, ist es auch keine Kommunikation. Die einfache Geste des Auf-etwas-Zeigens ist somit etwas wirklich Kompliziertes, aber auch Bedeutendes. Noch bis vor wenigen Jahren glaubte man, dass nur wir Menschen dazu fähig sind.«


Heute weiß man: Unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, können ebenfalls zeigen. Allerdings verwenden sie dazu die ganze Hand ohne einen ausgestreckten Finger. Ob andere frei lebende Tiere ebenfalls die Geste des Zeigens verstehen und anwenden, haben Wissenschaftler bislang noch nicht herausgefunden.


Von Hunden, die mit uns Menschen zusammenleben, weiß man inzwischen, dass sie die Geste des Auf-etwas-Zeigens verstehen und auch anwenden. Sicher hast du schon einmal erlebt, dass ein Hund dich mit seinen Blicken auf etwas aufmerksam macht oder um etwas zu essen bittet.

Experiment: Werde zum Verhaltensforscher

Karsten Brensing schlägt in seinem Buch ein Experiment vor, das du mit deinem Hund, deiner Katze oder deinem Pferd ausprobieren kannst:

»Willst du etwas wirklich Neues entdecken? Beobachte verschiedene Tiere, um festzustellen, ob sie durch Gesten oder Blicke auf etwas Bestimmtes aufmerksam machen wollen. Zeigt beispielsweise deine Katze auf die Dose mit Katzenfutter, wenn sie Hunger hat, oder folgt der Blick deines Pferdes deiner Hand, die in eine bestimmte Richtung weist? Prüfe verschiedene Tiere und versuche herauszubekommen, wie sie reagieren. Vielleicht entdeckst du sogar ein Tier, das ohne vorheriges Training deine Geste versteht oder anwendet. Dann musst du mir unbedingt schreiben!«

Meisen sprechen untereinander in Sätzen

Meisen sprechen untereinander in Sätzen

und folgen einer Grammatik - nur wenn man diesen Regeln folgt, ergeben bestimmte Laute einen Sinn. · Bild Blaumeise: Marcin Perkowski · Fotolia.com

Auch Tiere haben eine Sprache mit Wörtern und Grammatik

Kürzlich ist es Forschern tatsächlich gelungen, bei Tieren eine echte Kommunikation mit einem echten Satzbau nachzuweisen: und zwar bei Meisen und dem im Süden Afrikas lebenden Elsterdrossling.

Karsten Brensing erklärt, dass Meisen, aber auch viele andere Tiere, bestimmte Laute so zusammensetzen, wie wir es bei Wörtern machen: Sie folgen einer Grammatik - nur wenn man diesen Regeln folgt, ergeben bestimmte Laute einen Sinn. Sie haben zum Beispiel Pfiffe, die Forscher als A, B und C bezeichnen; sie bedeuten: Komm her! Es gibt aber auch einen Pfiff D, er bedeutet: Gib acht! In einem Playback-Experiment, bei dem den Vögeln bestimmte Rufe aus einem Lautsprecher vorgespielt wurden, reagierten die Tiere auf die Kombination A B C und D, aber nicht auf die Kombination D und ABC. Mit anderen Worten: Die Reihenfolge bzw. der Satzbau war entscheidend.

Manchmal reicht eine so einfache Beobachtung, um zu beweisen, dass auch Tiere in Sätzen sprechen.

Dass der Hund und das Mädchen sich viel zu sagen

Dass der Hund und das Mädchen sich viel zu sagen

haben, sieht doch wohl jeder, oder? · Bild: Shutterstock

Kommunikation mit Tieren läuft auch über Blicke

Kommunikation mit Tieren läuft auch über Blicke

und sogar Gedanken. Mit Tieren zu sprechen hat auch etwas mit Liebe, Freundschaft und sich in den anderen Hineinfühlen zu tun. · Bild: Shutterstock

Logisches Denken: Tiere verstehen Zusammenhänge

Bis vor wenigen Jahren waren Biologen überzeugt, dass logisches Denken nur Menschen möglich ist und Tiere von ihrem Instinkt gesteuert seien oder durch »Konditionierung«: »Dabei handelt es sich um einen sehr einfachen Lernprozess, bei dem eine bestimmte Reaktion durch einen bestimmten Reiz ausgelöst wird«, erklärt Karsten Brensing. Wenn ihr beispielsweise einen Hund mit Leckerlis trainiert, dann ist das eine Konditionierung. Das ist in der freien Natur eine ganz praktische Sache, denn wenn einmal etwas funktioniert hat, verstärkt sich das Verhalten automatisch durch den Erfolg bzw. die Belohnung. Man spricht auch von positiver Verstärkung. Wenn ein Tier auf diese Weise gelernt hat, dass das Rascheln in einem Karton etwas mit Essen zu tun hat, dann wird das Tier auf diesen Karton reagieren. Dies ist aber kein logisches Denken.


In den letzten Jahren haben Verhaltensforscher bei den verschiedensten Tieren die Fähigkeit zu logischem Denken nachgewiesen. Logisches Denken ist eine ziemlich komplizierte Angelegenheit, erklärt Karsten Brensing: »Grundsätzlich beschreibt Logik eine Wenn-dann-Beziehung: Also wenn etwas so ist, dann muss etwas anderes zwangsläufig so sein.«

Experiment:

Die Fähigkeit zu logischem Denken kannst du bei deinem Hund, deiner Katze oder auch einem jüngeren Geschwister (einem Kleinkind) in einem Experiment testen:

Zeige deinem Probanden (also deiner Versuchsperson) zwei kleine Kisten und fülle in eine der beiden Kisten etwas Leckeres. Mach das ein paar Mal nacheinander, sodass dein Gegenüber versteht, dass immer eine der beiden Kisten gefüllt ist. Nun befüllst du, ohne dass du dabei beobachtet wirst, eine der beiden Kisten. Jetzt kannst du Folgendes probieren: Mal schüttelst du die volle und mal die leere Kiste. Wenn dein Proband die volle Kiste wählt, obwohl zuletzt die leere Kiste geschüttelt wurde, dann weißt du, dass dein Gegenüber logisch und nach dem Ausschlussprinzip denken kann.

Freundschaft und Kommunikation

Freundschaft und Kommunikation

gibt es auch zwischen verschiedenen Tierarten. · Bild: Shutterstock

Mitgefühl bei Tieren

»Ist dir schon mal aufgefallen, dass sich kleine Kinder ganz komisch verhalten, wenn sich jemand anderes verletzt?«, fragt Karsten Brensing. »Sie wenden sich ab und beginnen zu lachen. Sie erkennen, dass die Situation nicht normal ist, aber können noch nicht damit umgehen, indem sie etwa helfen oder trösten. Dies geschieht erst später, denn das Gehirn von Kleinkindern ist nicht soweit.« Warum ist das so? Mitgefühl ist weniger ein Gefühl, sondern eine besondere Form des Denkens, erklärt Karsten Brensing: »Beim Mitgefühl versetzen wir uns in jemanden hinein und können uns vorstellen, was er denkt und wie er empfindet.« Also eine ziemlich hohe Leistung unseres Gehirns!


Wissenschaftler wissen inzwischen, dass auch Tiere zu Mitgefühl fähig sind. Sicher hast du schon mal Berichte gehört, dass Delfine Menschen gerettet haben - sie waren also in der Lage zu erkennen, dass der Mensch in Gefahr ist (weil er zum Beispiel ertrinkt oder von einem Hai bedroht wird) und welche Hilfe er braucht. Karsten Brensing berichtet von einer Begebenheit, bei der ein Delfin Walen geholfen hat, aus einer trocken werdenden Gezeitenzone freizukommen oder dass eine Walart der anderen hilft bei der Verteidigung gegen Orcas. Auch Raben können sich in andere hineinversetzen: »Die Tiere klauen gerne mal bei anderen und jeder Vogel, der seine Nahrung versteckt, passt genau auf, dass er nicht beobachtet wird. Fühlt er sich dennoch beobachtet, dann buddelt er seine Nahrung wieder aus und verschwindet.« Ein Rabe kann sich also in einen anderen Raben hineinversetzen.

Es gibt so viel Wissenswertes und Spannendes über Tiere zu entdecken!

In dem Buch »Wie Tiere denken und fühlen« erfährst du nicht nur Wissenswertes über das Sozialleben, die Persönlichkeit, die Sprache und das Denken von Tieren, sondern auch über ihre Gefühle wie Liebe und Trauer, ihren Sinn für Gerechtigkeit und Moral sowie ihre kulturellen Leistungen. Du hast sicher schon gehört, dass Tiere Werkzeuge gebrauchen - früher dachte man, dass der Werkzeuggebrauch uns Menschen von Tieren unterscheidet. Aber hast du gewusst, dass verschiedene Gruppen von Orcas unterschiedliche Esskulturen entwickelt haben? Oder dass viele Tiere Wert auf ein cooles Aussehen legen? Dass es Architekten, Designer, Musiker und Tänzer im Tierreich gibt?


Diese spannenden Forschungsergebnisse und noch viel Interessantes mehr erfährst du in dem Buch von Karsten Brensing - mit vielen Info-Kästen und Experimenten zum Ausprobieren. Illustriert ist das großformatige Buch mit vielen schönen Tierbildern und lustigen Zeichnungen. Klarer Lesetipp für alle Tierfreunde von 9 bis 99 Jahre!

Der Autor

Dr. Karsten Brensing sorgte bereits 2017 für Aufsehen mit seinem Sachbuch Das Mysterium der Tiere , das wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand. Jetzt hat der stolze Vater von sechsjährigen Zwillingsjungen sein erstes Sachbuch für Kinder geschrieben.

Als Meeresbiologe und Verhaltensforscher erforschte Dr. Karsten Brensing die Delfintherapie in Florida und Israel und musste aus seinen eigenen Daten erfahren, dass Delfine gar nicht gerne mit uns Menschen kuscheln und auch nicht gerne in Schwimmbecken leben. So wurde er vom Delfinforscher zum Delfinschützer: als wissenschaftlicher Leiter des Deutschlandbüros der internationalen Wal- und Delfinschutzorganisation WDC. Seit 2015 arbeitet Dr. Karsten Brensing selbstständig und hat mehr Zeit zum Schreiben.

Internetseite & Kontakt:
Dr. Karsten Brensing, Meeresbiologe & Verhaltensforscher
e-mail: info@karsten-brensing.de
karsten-brensing.de
www.iri.world

Bücher von Karsten Brensing:
Die Sprache der Tiere. Wie wir einander besser verstehen. Aufbau Verlag, 2018
Das Mysterium der Tiere: Was sie denken, was sie fühlen. Aufbau-Verlag, 2017
Persönlichkeitsrechte für Tiere - Die nächste Stufe der moralischen Evolution. Herder Taschenbuch, 2015
Brehms Tierleben: Die Gefühle der Tiere. Brehms Original-Texte über heimische Wildtiere mit Einführungskapitel von Dr. Karsten Brensing. Duden-Verlag, 2018

Das Buch: Wissenswertes aus der Welt der Tiere

In der Verhaltensbiologie

Wusstest du, dass Ameisen sich selbst im Spiegel erkennen und Delfine sich gegenseitig beim Namen rufen? Dass Ratten gerne gemeinsam lachen und Orcas noch mit 30 Jahren ihre Mutter brauchen? Diese und viele weitere interessante Fakten stellt Verhaltensforscher und Bestsellerautor Karsten Brensing in seinem neuen Sachbuch Wie Tiere denken und fühlen vor - für alle Tierfreunde ab 9 Jahren.

Von Bienen über Erdmännchen bis hin zu Elefanten zeigt Karsten Brensing anhand vieler Beispiele, dass Tiere ganz ähnlich denken und fühlen wie wir Menschen. Auch Haustiere wie Katzen und Hunde lernt der Leser ganz neu kennen. Mit vielen Infokästen und Bildern vermittelt der Verhaltensforscher und Meeresbiologe dabei neueste wissenschaftliche Erkenntnisse.

Karsten Brensing: Wie Tiere denken und fühlen
Sachbuch, durchgehend farbig illustriert von Nikolai Renger
Hardcover, Großformat 22.0 x 28.5 cm, 176 Seiten
Loewe-Verlag 2019 ISBN 978-3-7432-0304-4
Preis: 16,95 Euro
ab 9 Jahren

FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Sonderpreis: Fakten gegen die Jagd (Ausgabe 2017, 24 Seiten)

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter