Sportler mit Pflanzenkraft

Von Formel I, über Tennis, Radsport und Eishockey bis zur Bundesliga

Von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Pflanzenpower im Spitzensport: Immer mehr Sportler, darunter Formel I-Spitzenreiter Lewis Hamilton, Wimbledon-Gewinner Novak Djokovic und Wimbledon-Finalistin Serena Williams setzen auf eine pflanzenbasierte Ernährung. Sie alle berichten von positiven Auswirkungen auf ihre Gesundheit und vor allem einer schnelleren Regeneration. Und viele sprechen inzwischen offen von der Grausamkeit der Massentierhaltung und ihrer Liebe zu Tieren.

Lewis Hamilton feiert seinen Sieg beim Grand Prix

Lewis Hamilton feiert seinen Sieg beim Grand Prix

von Frankreich. Der Formel-1-Weltmeister wurde 2017 Veganer, nachdem er den Dokumentarfilm »What The Health« gesehen hatte. · Bild: shutterstock - christiano barni

Sportler setzen auf "plant based"

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton wurde im September 2017 Veganer, nachdem er auf Netflix den Dokumentarfilm »What The Health« gesehen hatte. Darin geht es um die gesundheitlichen Folgen des Konsums von tierischen Produkten wie Fleisch, Milch und Eiern, deren Einfluss auf chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs, aber auch um die Auswirkungen der industriellen Fleischproduktion auf die Umwelt. »Das hat mich sehr nachdenklich gestimmt. Ihr wisst, wie sehr ich Tiere liebe«, begründete er seinen Schritt auf einer Pressekonferenz. »Es macht mir zu schaffen, wie grausam Tiere auf der Welt behandelt werden. Das will ich nicht länger mitmachen.«

Neben der Liebe zu den Tieren ist die eigene Gesundheit ein wichtiger Grund für Hamiltons Entscheidung, sich pflanzenbasiert zu ernähren: »Wenn du diesen Dokumentarfilm siehst, siehst du, wie Fleischkonsum deine Arterien verstopft.« Er wolle nicht in zehn oder fünfzehn Jahren am Herzen erkranken und auch keinen Krebs. Lewis Hamilton sieht es als seine Mission, das Thema in Interviews und sozialen Netzwerken weiterhin zur Sprache zu bringen. Darum postet er von Zeit zu Zeit Bilder von Tieren in der Massentierhaltung mit Botschaften wie: »If you can't bear this with your eyes, don't put them in your mouth. Go plant-based.« Auf Instagram (er hat 7,7 Millionen Abonnenten) stellt er sich mit den Worten »Plant Based Diet. Love Animals« vor.

Auf Instagram stellt sich Lewis Hamilton

Auf Instagram stellt sich Lewis Hamilton

mit den Worten »Plant Based Diet. Love Animals« vor. · Bild: instagram.com/lewishamilton

Der viermalige Wimbledon-Gewinner Novak Djokovic

Der viermalige Wimbledon-Gewinner Novak Djokovic

legt großen Wert auf einen gesunden Lebensstil: Seit 2010 lässt er Milchprodukte weg, seit 2015 auch Fleisch. · Bild: shutterstock - pdrocha

Auch der Wimbledon-Gewinner von 2018, Novak Djokovic, die Wimbledon-Finalistin von 2018, Serena Williams und ihre Schwester Venus Williams, die mit 38 Jahren die dritte Runde der diesjährigen Wimbledon Championships erreichte, setzen auf eine pflanzenbasierte Ernährung. Novak Djokovic lässt seit 2010 aus gesundheitlichen Gründen Milchprodukte konsequent weg. Seit 2015, sagte der viermalige Wimbledonsieger in einem Interview, sei er praktisch Veganer. Seine Energie bezieht der 31-jährige Tennis-Star aus Avocados und Cashewnüssen sowie Proteinshakes aus Erbsen & Co. Doch Novak Djokovic geht es nicht nur um eine gesunde Ernährung, sondern auch um die Liebe zu Natur und Tieren. In seinem derzeitigen Wohnort Monte-Carlo eröffnete er mit seiner Frau Jelena 2016 das vegane Restaurant »Eqvita«, zu dessen Philosophie der Schutz der Umwelt, die Liebe zur Natur und die Verbreitung eines gesunden Lebensstils gehören.

Serena Williams bei den US Open im September 2018.

Serena Williams bei den US Open im September 2018.

Sie gilt als erfolgreichste Tennis­spielerin der letzten 50 Jahre. Nachdem sie immer wieder über längere Zeit mit »plant based« geflirtet hatte, entschied sie sich 2017 für eine konsequente vegane Ernährung. Bild: shutterstock - lev radin

Serena Williams gilt als erfolgreichste Tennisspielerin der letzten 50 Jahre. Seit einigen Jahren ernährt sich Serena überwiegend pflanzenbasiert, aß aber auch immer wieder einmal Fleisch. Als Serena 2017 schwanger wurde, entschied sie sich bewusst für eine konsequente vegane Ernährung. Die körperlichen Einschränkungen durch die Schwangerschaft habe sie als nicht allzu gravierend wahrgenommen. »Ich habe mich weiter streng vegan ernährt und gesund gelebt«, sagte sie. Überraschend sei gewesen, dass das Stillen ihrer Tochter Olympia sie physisch nicht so ausgelaugt habe, wie es viele prophezeit hatten. Bereits ein halbes Jahr nach der Geburt ihrer Tochter feierte die langjährige Weltranglisten-Erste im März 2018 ihr Comeback auf der WTA Tour und erreichte in Wimbledon 2018 das Finale. In ihrer Karriere gewann die 36-Jährige bislang 23 Grand-Slam-Turniere im Einzel, 14 im Doppel und zwei im Mixed.

Die Tennis-Schwestern Serena und Venus Williams

Die Tennis-Schwestern Serena und Venus Williams

bei der Premiere der Dokumentarserie »Being Serena« im Time Warner Center, New York City. Venus Williams setzt bereits seit 2011 auf vegane Ernährung mit viel Rohkost: »Ein großartiger Lebensstil für langfristige Stabilität«, sagt sie. · Bild: shutterstock - JStone

Venus Williams, die ältere der beiden Tennis-Schwestern, setzt wegen einer Autoimmunkrankheit bereits seit 2011 auf vegane Ernährung mit viel Rohkost. Im Interview mit dem Magazin SHAPE bezeichnete sie die vegane Ernährung als ein großartiger Lebensstil für langfristige Stabilität . Und weiter: »Ich liebe Säfte und Smoothies, weil es ein einfacher Weg ist, schnell wieder Energie zu tanken.«

Venus Williams gewann in ihrer Profi-Karriere bisher 49 Titel im Einzel, darunter sieben bei Grand-Slam-Turnieren, sowie die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen im Jahr 2000. Im Doppel feierte sie zusammen mit ihrer Schwester Serena 24 Turniersiege, davon 14 bei Grand-Slam-Turnieren und drei bei Olympischen Spielen (2000, 2008, 2012). 2018 erreichte sie mit 38 Jahren die dritte Runde der Wimbledon Championships.

Auch der deutsche Rad-Profi Simon Geschke,

Auch der deutsche Rad-Profi Simon Geschke,

der bei der diesjährigen Tour de France in der Spitzengruppe mitfuhr und als Sechster ins Ziel kam, baut auf Pflanzenkraft. Dabei geht es dem Rad-Profi um mehr als gesunde Sportler-Ernährung: »Wenn man sich über Massentierhaltung, über Milchproduktion und alles, was da dranhängt, informiert, bekommt man einfach eine andere Denkweise.« · Bild: shutterstock - Markus Wissmann

Der deutsche Rad-Profi Simon Geschke, der bei der diesjährigen Tour de France in der Spitzengruppe mitfuhr und als Sechster ins Ziel kam, baut ebenfalls auf Pflanzenkraft. Im Interview mit der Berliner Morgenpost sagte Geschke, dass er sich viel mit Ernährung beschäftigt habe. Dabei sei er auf interessante Studien über vegane Ernährung gestoßen und wollte es ausprobieren. »Ich muss sagen, dass ich es mir schwerer vorgestellt habe. Dadurch, dass man als Leistungssportler ohnehin sehr auf seine Ernährung achtet, bin ich sehr gut versorgt. Man muss sich eigentlich nur andere Eiweißquellen suchen. Aber das ist keine Kunst. Es gibt ja nichts, was es nicht auch über pflanzliche Ernährung gibt.« Dabei geht es dem Rad-Profi um mehr als gesunde Ernährung: »Wenn man sich über Massentierhaltung, über Milchproduktion und alles, was da dranhängt, informiert, bekommt man einfach eine andere Denkweise.«

Auch der slowakische Rennradfahrer Peter Sagan, der als erster die Weltmeisterschaft im Straßenrennen dreimal in Folge gewonnen hat (2015, 2016 und 2017) setzt auf vegane Ernährung: »Ich empfehle eine kohlenhydratreiche, fettarme, vegane Ernährung. Das wird deine Leistung auf ein ganz anderes Level bringen«, sagte er gegenüber dem britischen Radmagazin BikesEtc. »Du solltest vollwertige Pflanzennahrung essen«, sagt der Radprofi. »Keine Eier. Keine Milchprodukte. Kein Fleisch. Lasst den ganzen Dreck weg. Im Ernst, damit wird deine Kraft enorm steigen.«

Ben Urbanke ist Extremradsportler

Ben Urbanke ist Extremradsportler

- er fährt Non-Stop-Rennen über 400, 600 und sogar mehr als 1500-Kilometer. Sein Credo lautet: »Be faster go vegan«. Bereits seit 2012 setzt Ben auf 100 % pflanzliche Ernährung - aus ökologischen und ethischen Gründen. Ben setzt sich aktiv für Tiere ein - zum Beispiel durch Radtouren mit Spendenaktionen zugunsten von Gnadenhöfen oder Demonstrationen für die Rechte der Tiere. · Bild: www.facebook.com/ben.urbanke

Extrem-Radsportler Ben Urbanke fährt Non-Stop-Rennen über 400 und sogar mehr als 1000 Kilometer - insgesamt sind es über 25.000 Kilometer im Jahr. Seit 2012 setzt der 34-jährige Ultra-Marathon-Radfahrer auf 100 Prozent pflanzliche Ernährung - ohne Zusatzstoffe, dafür voll gepackt mit Nährstoffen und Vitaminen. Obwohl Ben nicht aus gesundheitlichen, sondern aus ökologischen und ethischen Gründen Veganer wurde, bemerkte er nach seiner Ernährungsumstellung einen Anstieg der Leistungsfähigkeit: »Meine Regenerationszeiten verkürzten sich deutlich und ich hatte mehr Energie.«

Anfang August 2018 radelte er beim Super-Brevet Hamburg - Berlin - Köln - Hamburg über 1500 km mit 12.000 Höhenmetern bei Temperaturen bis zu 40 Grad in weniger als drei Tagen (61 Stunden 26 Minuten) - und kam als Zweitschnellster ins Ziel. Im Sommer 2017 fuhr Ben beim Rennen London - Edinburgh - London die 1.441 Kilometer in drei Tagen - und kam als 6. Fahrer von 1.500 Startern ins Ziel. Kurz darauf fuhr er beim Superbrevet von Paris nach Hamburg die 1.200 Kilometer als schnellster Fahrer. Ende 2017 gewann Ben Urbanke die weltweite Year-Rounder Challenge 2017 der UltraMarathon Cycling Association - als erster Europäer.

In seinem Buch »Be Faster Go Vegan« stellt Ben sein Ernährungskonzept vor und erklärt, wie eine optimale Energieversorgung vor, während und nach der sportlichen Belastungseinheit aussieht. Im Rezeptteil stellt er schnelle Sportlermahlzeiten wie Smoothies, Riegel, Gels und leckere Gerichte vor, die speziell auf die Phasen vor dem Sport, während des Sports und nach dem Sport abgestimmt sind.

2018 wurde das GOODSPORT-Müsli

2018 wurde das GOODSPORT-Müsli

von der Zeitschrift »Men’s Health« mit dem »Good Food-Award« ausgezeichnet.

Andreas Luthe, Torwart des FC Augsburg,

Andreas Luthe, Torwart des FC Augsburg,

lebt seit über 5 Jahren vegan - wegen der Gesundheit und aus Liebe zu den Tieren. · Bild: © Caroline Pritzke für PETA

Auch Bundesliga-Torwart Andreas Luthe vom FC Augsburg lebt vegan - seit über vier Jahren. »Es war die beste Entscheidung meines Lebens«, sagt er. »Ich habe erst Milchprodukte komplett weggelassen, das hat meiner Gesundheit schon einen guten Schub gegeben. Dann wurde es relativ schnell weniger Fleisch. Und ab dem Punkt, als ich alle tierischen Produkte weggelassen habe, und es super lief und ich mich super gefühlt habe, wusste ich: Das ist es! Seitdem bin ich fit wie nie zuvor, bin sehr verletzungsunanfällig, kann mehr trainieren als viele meiner Mitspieler. Das ist das Kapital!« Doch die Gesundheit ist nicht seine einzige Motivation: »ch glaube, dass wir in unserer heutigen Gesellschaft extrem schlecht mit Tieren umgehen. Tiere sind zu einem Produkt verkommen. Wir hinterfragen nicht mehr, dass das ein Lebewesen ist. Jeder, der mal Reportagen über diese Themen gesehen hat, wird relativ schnell sagen, dass das so nicht in Ordnung ist.«

Torwart Henrik Bonmann von 1860 München

Torwart Henrik Bonmann von 1860 München

entwickelte gemeinsam mit der Firma »Be Green«, einem Spezialisten für pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel, einen veganen »Energy Kick Pre-Workout Booster« für höhere Leistung im Wettkampf und »Perfect Kick«, ein hochwertiges veganes Proteinshake.

Profi-Torwart Henrik Bonmann, die Nummer 1 bei den Münchner Löwen, hat nach einer Verletzungspause auf pflanzenbasierte Ernährung umgestellt, um mehr sportliche Leistung zu erreichen. »Kein Zucker und Weizen, keine Lactose. Daheim ernähre ich mich komplett vegan.« Gesunde Ernährung ist im Profisport mittlerweile fast so wichtig wie das Training , sagt er gegenüber BILD München. Gemeinsam mit der Firma »Be Green«, einem Spezialisten für pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel, entwickelte er einen veganen »Energy Kick Pre-Workout Booster« für höhere Leistung im Wettkampf und »Perfect Kick«, ein hochwertiges veganes Proteinshake.


Der österreichische Fußballprofi Philipp Hosiner, Mittelstürmer beim Bundesligisten SK Sturm Graz, änderte nach schwerer Krankheit seine Lebensweise: »Seit mehr als einem Jahr ernähre ich mich vegan«, berichtet er dem Sportmagazin Laola1. »Ich wollte meine Blutwerte in einen optimalen Bereich bringen. Das geht damit am besten und schnellsten. Zudem hat man langfristig die besten Chancen, gesund zu bleiben.«

Der Fußball-Profi schwört auf eine vollwertige pflanzen basierte Ernährung - und er zieht sogar selbst Brokkolisprossen und Chia-Keime. »Ich versuche, meinen Körper mit höchstmöglicher Qualität zu versorgen. Dazu mache ich auch regelmäßig Blutkontrollen und weiß daher, dass ich auf einem Topweg bin. Das, was mir am meisten bringt bei der veganen Ernährung: Die Regenerationszeit hat sich um einiges verbessert.«

Philipp Hosiner bekommt sehr viel Unterstützung von seiner Familie: Auch seine Frau und seine Mutter ernähren sich vegan. Außerdem hat er mit Fabian Koch bei Sturm Graz einen Kollegen, der sich ebenfalls rein pflanzlich ernährt - und der Verein unterstützt seine Veganer: »Es wird immer drauf geschaut, dass wir veganes Essen bekommen, wenn wir unterwegs sind«, berichtet der Stürmer. Anfangs gab es noch hin und wieder blöde Sprüche von Mitspielern, aber das sei inzwischen vorbei. Außerdem: »Ich lasse mich von meinem Weg sowieso nicht abbringen«, so Philipp Hosiner.


Eishockeyspieler Jordan Owens von den Fischtown Pinguins Bremerhaven beweist nicht nur, dass harter Profisport und vegane Ernährung zusammenpassen - er engagiert sich darüber hinaus aktiv für die Rechte der Tiere. Der 31-jährige Kanadier wurde 2016 Veganer, nachdem er den Dokumentarfilm »Earthlings« gesehen hatte. »Unser Krafttrainer war anfangs skeptisch. Er dachte, ich würde am Ende eines Spiels wegen meiner Ernährung nicht mehr genug Energie haben, weil ich kein Eiweiß zu mir nehme«, berichtet der Eishockey-Profi gegenüber dem Tagesspiegel. Doch vegane Sportler bekommen genügend gesunde Proteine aus pflanzlicher Nahrung, vor allem aus Hülsenfrüchten und Nüssen. Jordan Owens sagt, dass es ihm körperlich besser geht als je zuvor: »Seit ich vegan lebe, bin ich nicht einmal müde zum Training in die Halle gekommen.«

Doch dem Eishockey-Profi geht es nicht in erster Linie um die Gesundheit, sondern um die Tiere, für deren Leid er nicht länger mitverantwortlich sein will. Zuhause in Toronto besuchte er Gnadenhöfe, begegnete Tieren, die vor der Schlachtung gerettet wurden und war bei Demonstrationen gegen Massentierhaltung dabei. Auf seinem youtube-Kanal »JOadelic« hat er seine eigene Dokumentation »FOR THE VOICELESS - Professional Hockey To Vegan Activism« veröffentlicht. Jordan Owens sind die Tiere sogar wichtiger als seine Karriere: »Wenn ich mich wegen meines Sports nicht mehr vegan ernähren dürfte, würde ich mit dem Eishockey von heute auf morgen aufhören.«

Eine Pilotstudie untersuchte den Einfluss veganer

Eine Pilotstudie untersuchte den Einfluss veganer

Ernährung auf das Leistungsvermögen von Sportlern wissenschaftlich: 13 Volleyballer des ASV Dachau ernährten sich drei Monate lang 100 % vegan. · Bild: BKK ProVita

Weltweit erste Studie: Einfluss veganer Ernährung auf das Leistungsvermögen von Leistungssportlern

Anfang 2018 startete eine Pilotstudie, die den Einfluss veganer Ernährung auf das Leistungsvermögen von Leistungssportlern untersucht. 13 Volleyballer des ASV Dachau, die in der 1. Herrenmannschaft der 3. Bundesliga spielen, ernährten sich drei Monate lang 100 % vegan. Nicht nur Fisch und Fleisch verschwanden aus dem Tagesmenü, sondern auch jegliche Milchprodukte und Eier. Die Studie wurde unter der Leitung des Ernährungswissenschaftlers Prof. Dr. Markus Keller, Studiengangsleiter Vegan Food Management der Fachhochschule des Mittelstands in Köln, gemeinsam mit dem ASV Dachau durchgeführt und von der BKK ProVita als koordinierendem Kooperationspartner begleitet. Die Krankenkasse BKK ProVita klärt über die Vorteile pflanzlicher Ernährung auf und unterstützt ihre Versicherten, die sich so ernähren wollen. Als »veggiefreundliche« Krankenkasse möchte die BKK ProVita dazu beitragen, dass sich immer mehr Menschen mit den gesundheitlichen Aspekten dieser Ernährungsform auseinandersetzen.

Die Krankenkasse BKK ProVita begleitete die vegane

Die Krankenkasse BKK ProVita begleitete die vegane

Die Krankenkasse BKK ProVita begleitete die vegane Ernährungs­umstellung der Mannschaft mit der Organisation von veganen Mahlzeiten, vielen Tipps und leckeren Rezepten. · Bild: BKK ProVita

Bild: BKK ProVita

Bild: BKK ProVita

Studienleiter Prof. Dr. Markus Keller erklärte zu Beginn der Studie den Ansatz: »Es gibt eine ganze Reihe veganer Spitzensportler, darunter Andreas Luthe, Bundesligatorwart beim FC Augsburg, Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton, Alyn Camara - mehrfacher Deutscher Meister im Weitsprung - sowie 2der stärkste Mann Deutschlands", Patrik Baboumian. Sie berichten, dass sie leistungsstark sind, mehr Ausdauer haben, dass sie nicht so verletzungsanfällig sind, reaktionsschneller und sich schneller regenerieren können.« Aber dies seien alles persönliche Erfahrungsberichte, die bislang noch nicht wissenschaftlich belegt wurden.

Mit der weltweit ersten Studie soll nun die Wirkung pflanzlicher Ernährung auf Leistungssportler wissenschaftlich überprüft werden. Während der 12-wöchigen Studiendauer wurde eine Reihe von standardisierten Sporttests mit den Teilnehmern durchgeführt, außerdem Gesundheitschecks mit Blutuntersuchung.

Leiter der weltweit ersten Studie

Leiter der weltweit ersten Studie

ist der Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Markus Keller. »Unser Fazit ist: Auch mit einer veganen Ernährung kann man einen so ambitionierten Sport betreiben.« · Bild: Fachhochschule des Mittelstands, Bielefeld

Die ersten Ergebnisse der Studie fasste Prof. Dr. Markus Keller gegenüber dem Bayerischen Fernsehen so zusammen: »Eine wichtige Ausgangsfrage der Studie war ja: Bleibt die Leistungsfähigkeit auch bei einer veganen Ernährung erhalten? Und genau das haben die ersten Auswertungen der Studie gezeigt: Die Leistung am Ende der Studie war genauso gut wie am Anfang. Unser Fazit ist: Auch mit einer veganen Ernährung kann man einen so ambitionierten Sport betreiben.«

Die Studie sollte auch klären, ob die Volleyballer ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Ergebnis: Die Körperwerte der meisten Spieler hatten sich verbessert! Bei den als kritisch betrachteten Nährstoffen, etwa Zink, Magnesium oder Eisen hatten sich die Werte der Volleyballer nicht verschlechtert, im Gegenteil: Die Eisenwerte der Spieler stiegen während der zwölfwöchigen Ernährungsumstellung sogar etwas an. Auch bei den Vitaminen B2 und Folsäure haben sich die Werte verbessert.

Gesunken sind hingegen die Vitamin-B12-Werte der Sportler. Allerdings war diese Entwicklung zu erwarten: »Wenn keine tierischen Lebensmittel mehr gegessen werden, dann kommt kein neues Vitamin B12 in den Körper«, so Prof. Dr. Markus Keller im BR. Das sei nicht dramatisch, weil die Studie relativ kurz dauerte. Wenn die Sportler aber langfristig vegan leben wollten, müssten sie auf jeden Fall Vitamin-B12 als Nahrungsergänzung zu sich nehmen.

Im Schnitt nahmen die Volleyballer innerhalb der drei Monate 2,3 Kilo ab. Andy, der vorher im Vergleich seiner Spielerkollegen recht kompakt war, verlor sogar ganze 6,1 Kilo und freut sich: »Ich fühle mich auch besser - das ist auch besser für meine Knie, für meinen Körper, wenn ich weniger Gewicht mit mir rumschleppe.«

Ein weiteres wichtiges gesundheitliches Parameter waren die Cholesterin-Werte der Volleyballer: »Das Gesamt-Cholesterin hat sich in der Gruppe abgesenkt. Das haben wir auch erwartet. Denn wenn keine tierischen Lebensmittel verzehrt werden, das zeigen viele Studien, dann senken sich auch die Cholesterinwerte, weil eben keine gesättigten Fettsäuren verzehrt werden«, erklärt Prof. Dr. Markus Keller. Die jungen Volleyballer seien vorher mit ihren Werten auch im guten Bereich gewesen. Dennoch seien ihre Werte noch einmal besser geworden. »Insofern ist das schon ein wichtiges Signal, dass ich durch eine Ernährungsumstellung die Blutfette günstig beeinflussen kann.«

Dominic von Känel, der Trainer der jungen Mannschaft, zeigt sich mit dem Verlauf der Studie sehr zufrieden: »Die Spieler fühlen sich gut, die Organisation der veganen Mahlzeiten vor allem für unterwegs hat sich gut eingespielt. Durch die Unterstützung der BKK ProVita war die Ernährungsumstellung ganz einfach zu bewältigen.« Nachdem erste Studiendaten vorlagen, sagte er gegenüber dem Bayerischen Fernsehen: »Ich glaube, wenn man im Leistungssport erfolgreich sein will - und das wollen wir ja - muss man den Baustein Ernährung einfach beachten. Durch die pflanzliche Ernährung, die wir in der Studie hatten, sieht man ja einfach, dass sich alle Blutwerte verbessert haben, dass die Nährstoffwerte, auch die kritischen, gleich geblieben sind. Und das ist ein Faktor, der wirklich sehr gut ist und den man bedenken muss, wenn man irgendwo oben im Leistungssport landen will.«

Genau das wollen die Volleyballer des ASV Dachau: Lukas Pfretzschner holte Mitte Juli Silber bei der U19-Weltmeisterschaft im Beachvolleyball. Und der 16-jährige ASV-Volleyballer Simon Pfretzschner wurde Mitte April U18-Europameister. Für die nächste Saison hat sich die Volleyball-Mannschaft des ASV Dachau das Ziel gesetzt, in die 2. Bundesliga aufzusteigen.

Und wie geht es nun mit der wissenschaftlichen Studie weiter? Die während der zwölf Wochen erhobenen Daten werden in einer Kooperation des Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) und der Fachhochschule des Mittelstands weiter analysiert und wissenschaftlich bewertet.

Lesen Sie weiter:
Vorteile pflanzlicher Ernährung für Sportler und für jeden, der Leistung in Beruf und Freizeit bringen will
Vegane Kraftstoff-Rezepte für mehr Power im Sport und pure Lebensfreude: NO MEAT ATHLETE - Das Kochbuch

Quellen:
- Studie: Vegan essen - fit im Sport? Bayerisches Fernsehen, 16.8.2018
- ASV goes Vegan
www.asv-goes-vegan.de
- Pressemitteilungen der BKK Pro Vita www.bkk-provita.de
- Institut für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) ifane.org
- F1 News: Lewis Hamilton plans to go vegan after watching Netflix film. dailystar.co.uk, 16.9.2017
- Novak Djokovic: Ich bin praktisch Veganer . BLICK, 27.5.2016
- Serena Williams brennt in Wimbledon vor Ehrgeiz. Westfalenpost, 2.7.2018
- A Venus Williams Interview That's Not About Tennis. SHAPE, 17.7.2015
- Green machines: the superstar athletes you never knew were vegan. The Telegraph, 4.1.2017
- Interview mit Rad-Profi Simon Geschke. Berliner Morgenpost, 12.7.2018
- 25 cycling tips from the pros. In: BikesEtc magazine, Issue 47.
- Eishockeyprofi lebt vegan: Jordan Owens ist ein Missionar am Puck. Tagesspiegel, 26.12.2017
- FOR THE VOICELESS - Professional Hockey To Vegan Activism. Mini-Dokumentation von Jordan Owens in seinem youtube-Kanal JOadelic
- Für die Nr. 1 wurde Bonmann zum Veganer. BILD München, 16.7.2018
- Veganer Hosiner auf Überholspur. laola1.at, 30.7.2018
- Kelsey M Mangano et al: Dietary protein is associated with musculoskeletal health independently of dietary pattern: the Framingham Third Generation Study. In: The American Journal of Clinical Nutrition, 8.2.2017. doi: 10.3945/ajcn.116.136762

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust - Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter